Sonntag, 8. April 2012

Frohe Ostern!

Do you really say Happy Ester in Kenya?
- don't know...

So, Heute geht mein wohl bisher spannendstes Wochenende in Kenya zu Ende. Daraus folgt, das ich um 7e abends schon hundemuede bin, und am liebsten gleich in mein Bettchen fallen wuerde - beziehungsweise auf meinen Boden, in meinem Bett schlaeft ja grade eine Finnin.
Ich bin seit einer halben Stunde wieder in Mai Mahiu, und sitze gerade mit Stirnlampe (keine Gluehbirne in Reichweite...) im Lehrerzimmer und sollte eigentlich Mathe und Physik Klausuren korrigieren, aber mir fehlt die Motivation dazu. Morgen ist auch noch ein Tag. -naja, wenigstens Physik Klasse 2 will ich heute noch schaffen. Hab ich das schon erklaert, was Klasse 2 ist? Hier mal ein kurzer Abriss ueber das Kenyanische Schulsystem:
Zimmerueberbelegung in Mai Mahiu
Mit ca. 3 oder 4 Jahren kommen die Kinder in den sogenannten "Kindergarten", wo sie schon erste formale Bildung erhalten - keine Sandkastenspiele wie bei uns. Mit 6 kommen sie dann in die Primary School, das ist dann Class1-8. Die Primary ist umsonst und verpflichtend. Danach kommen, fuer alle die sichs leisten koennen, 4 Jahre Secondary. Es gibt keine Unterscheidung in Haupt-/Real- und Gymnasium wie bei uns. Am Ende der 4 Jahre steht das Kenyan Certificate of Secondary Education, kurz KCSE, eine Landesweit einheitliche Abschlusspruefung. Die ist immer ein Riesending, als die letzte korrigiert wurde, stand das 2 Tage lang in der Zeitung. Da gibts dann Schummelskandale, die Staemme untereinander trumpfen auf, wer die beste Schule hatte, und so weiter.
Am Ende des Ersten Terms des letzten Schuljahers (ein Schuljahr hat 3 Terme), also jetzt, steht das sogenannte PreMock an, das ist eine Schein-KCSE Klausur. Ich hab euch hier (Mathe Paper 1) mal eine hochgeladen, hab ich gebastelt =)
Nach dem Regen war die Strasse weg

Mama und Baby Pavian
Aber nach den ganzen Infos, die ihr euch auch bei Wikipedia haettet holen koennen, jetzt zu meinem spannenden Wochenende!
Da Ostern war, waren die Schueler ab Donnerstag in Limuru, das ist die Gemeinde des Bishops. Elina und ich sind dann nach Nairobi abgehauen, um das Grossstadtleben zu geniessen. Am Donnerstag hat die Lena ihren Abschied und die Elena (die aus Italien, nicht meine) ihren Geburtstag gefeiert. Dazu waren wir in Buru buru beim Hostel ums Eck in ner netten Lounge, ein Bierchen getrunken und ein bisschen getanzt, und auf dem Rueckweg hat uns dann der Manager von einer anderen Bar noch auf ein Bier eingeladen, und dann haben wir mit dem noch bis um 4e Billard gespielt, um dann erst nicht ins Bett zu kommen - erste Schlaflose
Bueffelherde und Fahrradfahrer

 Nacht! Weil im Hostel kann man nicht so wirklich ausschlafen, es gibt keine Rolllaeden (hab ich in ganz Kenya noch nicht gesehen....). Am Freitag Mittag bin ich dann mit Cici (Italienenerin), Pauline (Franzoesin), Yannik (Hollaender),Max, Leonie und Andi (Deutsche) Richtung Mai Mahiu aufgebrochen. Vorher haben wir uns noch im Cafe Deli in der Innenstadt von Nairobi einen leckeren Kaffee gegoennt, einer der wenigen Plaetze wo es sowas gibt. Als wir das Lokal dann verlassen wollten, hat dummerweise Yanniks Rucksack gefehlt - ...geklaut worden, waehrend wir daneben sasen und gegessen/getrunken haben. Unglaublich. War gluecklicherweise nur der kleine Rucksack, in dem Kamera, Reisepass, Kreditkarte, Versicherungskarte, ... drin war. Da war die Stimmung natuerlich erst mal im Eimer. Und bis wir das dann auf der Polizeiwache gemeldet haben wars auch dunkel. Aber netterweise haben uns die kenyanischen Polizisten dann eine Eskorte zur Matatu Station gegeben, und es gab noch genau 7 Plaetze nach Mai Mahiu! Perfekt!
Jakob beim Fishers Needle hochklettern

Nach der einstuendigen Fahrt durch die schwarze Nacht ham wir uns dann in meinem Zimmer breit gemacht, und das Dorf in Aufregung versetzt - so viele Muzungus auf einmal haben die noch nie gesehen!
Am Samstag gings dann von MM aus nach Naivasha, wo wir uns im Hells Gate eine Safari gegoennt haben - aber die Studentenversion, mit dem Fahrrad. Das hat den riesenvorteil, dass man nicht an die Strassen gebunden ist, und wenn man in der Ferne ein Warzenschwein oder eine Zebraherde sieht, dann biegt man einfach schnell links ab in die Pampa und schaut sich das aus der Naehe an. Und ich sag euch, es gibt nur wenige Dinge die einem gleichzeitig so unwirklich und doch hautnah vorkommen wie eine Zebraherde zum Wettrennen herauszufordern - 20meter neben dir donnern die wunderschoenen schwarz weissen Pferde ueber die Steppe, und du guckst das dein Vorderrad auf dem schmalen Wildwechsel bleibt und du die Geschwindigkeit haeltst.
Und es fing an zu regnen... im Hintergrund  Zebras!

Bei solchen Erlebnissen war es dann auch nicht ganz so schlimm, dass wir von Regen sowas von eingeweicht wurden und bis auf die Unterhose komplett nass waren. Aber ein Erdnussbutter-Margarine-Toast mit Bananen Mittagessen spaeter gings allen wieder gut. Und wenn die Gesellschaft beim Mittagessen aus Pavianen besteht, dann ist das sauwetter ganz schnell vergessen.
An Tieren haben wir gesehen: Warzenschweine, Zebras, Thompson-Gazellen, Antilopen, Waterbucks und Bueffel. Und ein paar von uns haben sogar eine Giraffe gesehen - die Schweine! Wir haben uns zum Schluss aufgeteilt, weil ein Teil nicht mehr Fahrrad fahren wollte/konnte, ist der Rest vor um das Gepaeck zu holen. Zum Dank haben sie Stundenlang in nicht-fahrenden Matatus gehockt (weil auf der Strasse eine Polizeisperre war, hat sich kein Fahrer getraut loszufahren...) und die Giraffe verpasst. Zum Gruen und Blau aergern... Aber ich bin ja noch ne Weile hier. Irgendwo wird noch ne Giraffe herkommen.

Pumba!

Den Ostergottesdienst hab ich leider verpasst, aber dafuer Schokoeier mit meiner finnischien Freiwilligen gegessen - Meine Mama hat mir die zusammen mit meinem Klettergurt zukommen lassen. Jetzt steht dem Mt Kenya nix mehr im Wege! Achja, Uebrigens heist das Land nach dem Berg und nicht umgekehrt....

Vorsicht vor den Pavianen!

Ich leg mich jetzt hin, nach 2 Naechten in denen ich das Bett mit 2 anderen Menschen teilen musste freu ich mich schon auf meine Iso am Boden. Korrekturen muessen bis morgen warten, Ostermontag ist hier auch ein Feiertag.
Achja, eine Auswahl an Bildern aus dem Hell's Gate:
Hells Gate

Mittwoch, 4. April 2012

Matumbo!

There is enough money in Kenya!
- ein Kenyaner

So, damit ihr nach all dem harten Nachdenkzeug auch mal wieder was nettes habt, hier ein paar Bilder und ein kleines Status update.
Das ist Glorious... normalerweise ist sie nicht so genervt ^^
Aber Meshaq hatte die Kamera, und hat 1000 Bilder von
dern Schuelern gemacht...
Ich habe seit Montag neue Gesellschaft, Elina aus Finnland ist jetzt auch hier an der Schule als Freiwillige. Das heist das ich jetzt auf dem Boden schlafe... Weil das Zimmer hat halt nur ein Bett, und ich bin wie immer ein Gentlemen. Aber ich hab 2 Isos, nen Schlafsack und n Moskitonetz, was will man mehr. Ansonsten ist hier grade saumaesig viel Stress, weil wir Endterm (ein Schuljahr hat 3 terms) Exams haben, das heist ich muss Pruefungen aufsetzten und korrigieren - da kommt wieder der gute alte Frust auf, wenn in Mathe ein Schnitt von unter 30% rauskommt. Dumme Kinder. Aber das liegt auch daran, dass hier an der Schule nur die armen sind, die nicht clever genug waren, an ner anderen Schule ein Stipendium zu kriegen, und man muss ihnen auch zugute rechnen, dass es schwer ist mit staendig wechselnden Lehrern, von denen keiner ausgebildet ist (Alle Lehrer hier sind Frewillige) und ohne Buecher oder Ausruestung anstaendig zu lernen. Trotzdem gibts den ein oder anderen Lichtblick, Glorious aus der zweiten zum Beispiel, so ein helles Maedel, unglaublich. wenn die irgendwie gefoerdert wird, dann wird aus der was. Vielleicht Kenyas erste weibliche Praesidentin?
Am Wochenende ist ja Ostern, an dieser Stelle danke an meine liebende Mutter, die mir zusammen mit meinem Klettergurt ein kleines Osterpaket geschickt hat (Schokolade!). An Ostern geht die ganze Schule zum Bishop, um da einen Marathongottesdienst zu feiern. Ohne mich, ihr kennt meine Einstellung zu der Sache. Trotzdem will ich am Sonntag auch mal dahin gucken, mich interessiert wie der Bishop predigt. Vorher gehts aber nach Hells Gate, das ist ein Nationalpark hier ums Eck, da fahrn wir mit dem Fahrrad an Giraffen und so vorbei. Wird bestimmt super! Nebenher organisier ich noch meine Osterferien, ich kann vielleicht naechste Woche mit an den Lake Turkana fahren, und danach gehts nach Mombasa. Ihr seht also, viel viel Stress, also entschuldigt wenn das hier wieder nur kurz ist. Vielleicht am Wochenende mehr.
Start der 4x100m Herren Staffel... ich hab den Start versaut
und das Lehrerteam hat verloren....

Finale des Herren Walking

Am Mittwoch letzte Woche war hier Sporttag, sind wir auf dem Platz vor der Schule rumgefetzt, und ich hab versucht den Kenyanern davon zu laufen... war spassig, vor allem als ein paar Jungs kein Bock hatten und der Bishop dann mit dem Cane hinterhergerannt ist... (spasseshalber, versteht sich).
Zum Thema Essen gibts hier auch noch was neues, Matumbo, (tumbo heisst Bauch, matumbo ist der plural). Gedaerme gekocht, wenn n guter Tag ist gibts n paar davon im Kohl zum Abendessen. Man kann sich aber auch nen ganzen Teller davon im Restaurant bestellen - echt lecker. Ehrlich! -und weil meine neue Freiwillige Vegetariern ist, gabs gestern auch noch mehr fuer mich!
Matumbo, Cabbage und Ugali. Ich denke mal das dunkle sind
Darmzotten, und links liegt ein Stueck Duenndarm.
Ja, ich hab das gegessen.


Achja, danke nochmal an alle die mir Ihre Meinung zum Thema Spenden haben zukommen lassen, freut mich sehr!
Es gibt auch ein neues Album, Vegetation, fuer alle Pflanzenbiologen. Und die anderen Alben werden natuerlich von Zeit zu Zeit upgedatet. Ich bemueh mich dann immer in G+ ne Meldung rumzushcicken.

Samstag, 31. März 2012

Jonglieren!

Und damit ihr auch ein paar Bilder bekommt, guckt mal was ich im Internet gefunden hab:

Passt sehr gut, weil ich grade mit den 5 Baellen echt Schwierigkeiten habe ueber die 10 Catches rauszukommen, und mit den Keulen laeufts auch nicht so wirklich....

Spenden - die Aufloesung

Parental Advisory recomended.
Dieser Text enthaellt eine ungeschoente, persoenliche Meinung, und ist deshalb mit Vorsicht zu geniessen. Es wimmelt nur so von Pauschalisierungen, Generalisierungen, seichtem Rassismus, usw. Ich bitte das zu entschuldigen, wenn ich in irgendwelchen Punkten irgendwen verletzt habe, lasst es mich wissen, wenn ihr mein Profil rechts anklickt, kann man mir darueber jetzt auch emails schicken.


So, nun mal meine Entscheidung.
Vorab moechte ich mich aber bei allen bedanken, die sich ein wenig Zeit und Muehe genommen haben, und mich an ihren Gedankengaengen zum Thema "Spenden in die Dritte Welt" teilhaben lassen. Ich kann die meisten eurer Argumente sehr gut nachvollziehen, auch wenn viele von euch im Endeffekt verschiedene Positionen haben. Es ist halt ein sehr sehr kontroverses Thema. Auch Danke fuer alle anderen netten Emails und FB Nachrichten und das ihr mich nicht vergessen habt... Ich haette nur erwartet, dass ein paar mehr Leute abstimmen, 12 Stimmen bei bis zu 30 Seitenaufrufen taeglich ist ne schlechte Quote!

Um ehrlich zu sein, ich bin hier gerade dabei einen faulen Kompromiss einzugehen. Ich mache naemlich in grossen Teilen genau das Gegenteil von dem, was ihr mir geraten habt und was ich selber denke. Wie ich neulich geschrieben habe, hat der Bishop mich ja um Geld gebeten, um fuer das kleine Maedchen, das jetzt Vollwaise ist, die Schulgebuehren zu bezahlen. Um nochmal die Konditionen klar zu machen: auch ohne eine Spende meinerseits waere das Maedchen nicht von der Schule geflogen. Es gibt andere Faelle hier, wo Schueler wegen fehlender Schulgebuehren heimgehen muessen, aber die haben dann Eltern mit Geld, und es ist nur eine Organisationsgeschichte bzw. die raffens einfach nicht zu zahlen. Meine Spende waere nur vonnoeten, um dem Bishop zu helfen, weil er ansonsten die gesamte finanzielle Last selber traegt (hat er mir zumindest so dargestellt) beziehungsweise eine Kostenumverteilung machen muss, wenn er fuer das Maedel keine Schulgebuehren bekommt. Also, ich hab ihm das Geld gegeben. 130Euro. Und gestern nochmal 15. Und Bananen im Wert von 3,50 (hat fuer alle Schueler gereicht =) )
Warum?
Zuerst mal hat erst nicht in bar bekommen, er ist mit mir auf den Markt gefahren und wir haben von dem Geld Mais gekauft (4 Saecke Mais mit so ca. 90kg). Das war mir lieber, weil ich dadurch direkt gesehen habe wo das Geld hinfliesst. Die 15 Euro waren fuer Druckerpapier, weil wir grade Endterm Examen haben, und da das Drucker Papier rausfliesst wie Wasser. Das Geld, das ich der Schule gegeben habe, ist aber auch nicht mein Geld. Das hat mir ein(e) freundlich(e) Spender(in) aus meinem Verwandten/Bekannten Kreis zukommen lassen. (Ich weis nicht, ob es Ok waere, wenn ich deinen Namen nenne, wenn du willst, kannst du dich in den Kommentaren outen, oder schreib mir ne Mail, dann aender ich den oberen Absatz). Ich hab das Geld auch unter dem Vorbehalt gegeben, dass die Schuelerin nicht erfahren, woher es kommt. Warum erklaer ich spaeter. Das kleine Maedel weis jetzt aber, dass es sich keine Sorgen mehr machen muss (um der Sache noch eine emotionale Komponente hinzuzufuegen, sie hat sehr darunter gelitten, dass sie evtl die Schule verlassen muss, und kam des oefteren heulend zum Bishop). Sie weis halt nicht das es weisses Geld war - zumindest hat der Bishop mir das so zugesichert. Ich hab doch kein Plan was da hintenrum alles laeuft und geredet wird, ich versteh ja noch nicht mal halbwegs Kiswahili, und schon gar kein Kikuyu...
Was denke ich jetzt ueber die Spendengeschichte?
So und so. Ich denke generell, dass es falsch ist, irgendwem in einem dritte Welt Land Geld zu geben. Selbstverstaendlich gibts da Ausnahmen. Ich habe die Spende trotzdem gemacht, weil das hier vielleicht eine Ausnahme ist, und das Geld nicht von mir kommt, sondern ich in dem Fall nur (wenn auch sehr aktives) Vermittlungsglied bin.
Warum den armen Negerlein kein Geld geben?
Genau deshalb - weil es keine armen Negerlein sind. Es sind finanziell minderbemittelte, stark pigmentierte Mit-Erdenbuerger. Nein, Spass beiseite, Gegenfrage: warum sollten wir denen Geld geben? Ham die sich das irgendwie verdient? Ja, verdient. Weil das ist eines meiner Prinzipien: Wenn du nix leistest, bekommst du auch nix. und leider, leider leisten hier auch viel nix. Nicht alle, das ist keine Pauschalisierung, aber hier haengen so viele Leute den ganzen Tag nur auf der Strasse rum und schlagen die Zeit tot. Es ist beileibe nicht der einzige Grund, aber wenn die sich mal alle selber raffen und aufstehen und was schaffen, dann koennen die ihr BIP von 800 irgendwas Dollar pro Nase auch mal in die Naehe von unseren 40.000 bringen. So, die Stammtischargumente sind weg, jetzt werden wir ernst. Das oben ist aber keine reine Polemik, sondern nur etwas ungeschickt ausgedrueckt, und spiegelt meine Meinung wider. Des weiteren ist hier genug Geld. Als ich gestern nach Nairobi gefahren bin, hat mein Matatu so viele Mercedes und Landrover und andere SUVs ueberholt (bzw ist ueberholt worden...), das kommt fast an Stuttgart ran (ok, lang nicht so viele Porsche, aber es gibt genug Leute mit Geld fuer n RAV4...). Das Problem ist nur, dass die die das Geld haben, es nur (wirklich nur) fuer sich selbst ausgeben. Sowas wie Kenianer spenden fuer Kenia? Pustekuchen. Ein MP (Member of Parliament) verdient hier 1Mio Shilling im Monat. Das ist edit: fast mehr als ein MdB (Mitglied des Bundestags). In Kisumu stehen Haeuser, die muessten sich in Beverley Hills nicht verstecken. Und da wohnen keine reichen Weissen drin, nein, das sind Kenyaner. Sollen die sich mal selber solidarisieren.
Meine naechste Frage ist, was passiert mit dem Geld das gegeben wurde? Zum einen ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich weiss, viele Tropfen fuellen auch ein Fass, aber so viel kriegt ihr und ich nicht zusammen, dass da jedes Kind satt wird. Was viel schlimmer ist, das jetzt satte Kind lernt so, dass es nur ein bisschen die grossen Aeuglein aufreissen muss, und schon kommt der weisse Mann und gibt Geld. Also sind wir wieder beim obigen Argument, alles faule Saecke. Zumindest werden sie meiner Ansicht nach durch Spenden aus der Ersten Welt dazu erzogen. Von den ganzen anderen oekonomischen Folgeschaeden wollen wir hier mal nicht reden, die meisten treten eh nur auf wenn man die Gelder falsch verteilt.
Da waeren wir dann bei dem wichtigsten Punkt, wenn man dann doch spendet. Wohin mit dem Geld? Mittlerweile klar ist, dass man keiner Regierung oder staatlichen Organisation was gibt, weil das versumpft eh nur.Auch bei NGOs muss man gucken, siehe UNICEF vor 1 oder 2 Jahren. Dann kommt da die (Binsen-) Weisheit: Hilfe zur Selbsthilfe. Super Sache. Und wie mach ich dass? Ich persoenlich habe da noch keinen funktionierenden Ansatz gefunden. Klar kann man Schulen bauen, Ingenieure in Wind- und Solar- (und natuerlich auch Kern-) fortbilden, usw. Und was passiert mit den hochqualifizierten, motivierten Leuten dann? Sie wandern aus in die EU oder USA. Oder nach China, hauptsache weg von dem Elend daheim. Was passiert mit der Schule? Die lassen sie verrotten und klauen dir noch die Fensterlaeden. Ich weis, es gibt noch andere Hilfe zur Selbsthilfeprogramme, aber ein Beispiel muss euch genuegen. Meiner Ansicht liegt das Problem bei den Leuten hier und deren Einstellung. Wenn die erst mal wollen wuerden, dann koennten die auch ohne Mittel aus den Ausland ihren Karren aus dem Dreck ziehen. Es gibt hier alles! Ingenieure(innen), Lehrer(innen), Ziegelsteine(innen) und Esel(innen) - man muss niemand hier zeigen wie man ein Haus baut oder einen Brunnen graebt (mein Lieblings-Klassiker zum Thema Entwicklungshilfe). Und wenn den Leuten hier ihr Haus nicht passt, dann sollen sie gefaelligst nach Europa fliegen und sich ne Fortbildung anhoeren. Aber bitte selber bezahlen, weil was nix kostet ist nix wert. (Juhu, lauter Binsenweisheiten heute...). Kernthese: Aus eigenem Antrieb mit eigener Kraft. Wenn da dann jemand unterwegs strauchelt, dann kann ja die reiche weisse Welt ein bisschen Schuetzenhilfe leisten. Aber nur dann und nur vielleicht.

Meiner Ansicht nach ist Spenden ganz nett, um Einzelschicksale zu erleichtern. Aber davon gibts zu viele. Und, was viel wichtiger ist bei allen Spenden, dem Spender gehts danach richtig gut. Weil man hat durch einen kleinen Verzicht die Welt ein bisschen besser gemacht. Man hat sich von der Schuld, in einem reichen Land geboren worden zu sein und mit dem Silberloeffel im Mund aufgewachsen zu sein freigekauft. (Das soll jetzt bitte nicht so verstanden werden, dass ich von denen, die spenden, bzw auch hier im konkreten Fall gespendet haben, schlecht denke!!!) Aber deshalb spenden wir doch, oder?

Und fuer alle, die es geschafft haben, soweit zu lesen, noch der Schlusspunkt:
Ich persoenlich befinde mich jetzt in dem Dilemma, dass ich hier vor Ort direkt mit diesen EInzelschicksalen verknuepft bin. Deshalb werde ich auch von meinem Geld einen Teil hier zuruecklassen, in welcher Form auch immer, weil auch ich mich freikaufen will. Und weil auch ich ein empathiefaehiges Wesen bin, dass (in den meisten Faellen :P ) nur ungern zuschaut, wie andere leiden, will ich dieses Stueckchen Not hier vor Ort ein wenig lindern. Abgesehen davon, dass ich hier mitunter mal das Abendessen um eine Banane erweitern werde, denke ich das mein Vorgaenger da eine ganz gute Loesung gefunden hat. Der ist naemlich gerade dabei einen Stiftungsverein fuer die Bishop J Waichere Secondary School zu gruenden. Aber darueber hab ich auch noch keine weiteren Informationen, lass ich euch bei Gelegenheit zukommen, vermutlich wenn ich dann zurueck bin. Und weil genau das vielen meiner Argumente widerspricht, hab ich oben fauler Kompromiss gesagt. Somit ist das hier noch nicht das letzte Wort, aber genug fuer heute.

Ich moechte mich bei allen Bedanken, die diesen langen, ungeordnetenText bis hierhin gelesen haben, und hoffe ich habe euch fuer eure reich gedeckten Abendbrottische ein wenig Diskussionsstoff geliefert. Auch wenn ihr mit mir kein Abendbrot teilen koennt (zur Zeit zumindest), koennt ihr mir gerne eure Ansichten und Gedanken zum Thema mitteilen, ich bin offen fuer und froh ueber neuen Input.

Achja, mir gehts gut ansonsten ;)

Samstag, 24. März 2012

Tiere!

Jacob, you have some time? -let's go see the Baboons!
- der Bishop, als er mich aus dem Unterricht geholt hat...

Wie das mit der Entscheidung ueber die Spenden hier aussieht, erfahrt ihr spaeter, ich will jetzt erst mal noch sowas wie ein Meinungsbild - 6 Stimmen sind mir zu wenig!
Das ist Ugali mit Kohl. Schmeckt lang nicht so lecker wie
es aussieht... (das Ugali. der Kohl ist lecker.)

Das ist ein Zebra.
Das ist eine Thompsongazelle
Aber waehrend ich hier auf mein Abendessen warte (Ugali Sukuma Wiki, wie immer, ich bin in Mai Maihiu...), zeig ich euch mal die tollen Tiere die ich hier die letzten Tage gesehen hab. Der Bishop kam naemlich eines schoenen morgens in meinen Unterricht, weil er mich ganz dringend gebraucht hat. Schnell ein paar Aufgaben an die Tafel geschmiert, und dann mit ihm mit - ich dachte er hat irgendwas zu besprechen (Geld oder so ;) ). Aber nein, er hat mich dann ins Auto gepackt, und wir haben 2 Maiskolben gekauft, und sind den halben Weg nach Limuru gefahren - weil er auf der Herfahrt da die Baboons gesehen hat (grade mal nachgeguckt, das sind ja Paviane...). 
Bishop, Jakob, im Hintergrund Mt Longonot.
Im Vordergrund Kameradeckel...

Waren aber alle schon wieder weg. Also sind wir in die andere Richtung, den Mt Longonot angucken, und den Blick auf den Lake Naivasha geniesen. Und auf dem Rueckweg, da ham wir glatt ne Herde Zebras gesehen, die da grad am Wasserloch waren. Echte Zebras! einfach so! neben der Strasse! (ok, es war ein Feldweg, aber hei! Zebras!). Heute waren wir in Suswa (wir heisst der Bishop und ich) auf dem Markt um Mais zu kaufen. Und was grast auf dem Rueckweg am Strassenrand? Thompsongazellen. So viele!! Ich hab noch viel mehr Bilder davon, sogar hochgeladen, aber dafuer muesst ihr in mein Picasa Bilderalbum auf G+ gucken. hier mal ein Link Tiere in KenyaEssen in KenyaBilder aus Kenya.
Am Freitag war ich mal wieder in Naivasha, die Freuden eines Supermarkts geniesen, und hab mich fuer unter 2euro mit Edelstahlgeschirr eingedeckt, damit ich meine Tour auf den Mt Kenya machen kann - ab 13.4. hab ich naemlich Ferien, und dann wird gereist! Erst mal gehts nach Mombasa, ans Meer, und dann will ich noch in den Norden, an den Lake Turkana - das soll so der schoenste Fleck in Kenya sein. Nur will da irgendwie keiner mit, weils so gefaehrlich sein soll... bla bla bla... =) Keine Angst, liebe Onkel, Tanten, Muetter, da passiert schon nix. Aber eigentlich wollt ich ja von meinem kleinen Spaziergang am Lake Naivasha erzaehlen, ich dachte ja, Lake Naivasha, Naivasha, das liegt nebeneinander wie der Itzelberger See an Itzelberg... denkste. War ein einstuendiger Spaziergang... in der prallen Sommerhitze, man hat sehr schoen gesehen das man am Aequator ist, weil der Schatten unter die eigenen Fuesse gepasst hat.
Fischer auf dem Lake Naivasha. Ich musste an
Phillip Pullmans "Das Bernstein Teleskop"
denken, an die Welt mit den Radtieren und den
grossen weissen Schiffsvoegeln... kenn jetzt
wahrscheinlich keiner, und hoert sich an wie
auf Drogen

Und dann war das auch noch nich mal n schoenes Promenadenufer wo ich meine Krest und Banane haette geniessen koennen! so ein mist! Na, gut, ich hab ein schoenes Foto geschossen, und der Spaziergang war auch nicht so uebel. Trotzdem, naechstes mal nehm ich ein Fahrrad. Wollen wir eh noch machen, mit dem Fahrrad durch Hells Gate! Aber davon dann spaeter. mein Ugali ist immer noch nicht gekommen, ich geh das jetzt mal suchen. Fuer alle die sich interessieren wies mir gesundheitlich geht: Mandelentzuendung. Aber mir gehts trotzdem gut, aber ein Post wo alle um mich Sorgenden nicht mindestens 2mal erschreckt werden, ist kein richtiger Post. So. Lala salama. (Gute Nacht in Kiswahili, eigentlich Schlaf Gut, aber passt auch fuer Gute Nacht)

Montag, 19. März 2012

Armut - helfen Spenden?

Muzungu, buy me a Wasserleitung!

Ok, hier mein Dilemma:
der Bishop, der die Schule leitet, hat mich gefragt, ob ich die Schule finanziell unterstuetzen kann. Zuallererst mal, er hat ausdruecklich gesagt, dass es ok ist egal wie ich mich entscheide, und dass er mich nicht unter Druck setzt. Also es ist meine Entscheidung, und ich werde danach auch nicht aus dem Projekt geschmissen, wie es anderen Freiwilligen hier auch shcon passiert ist.

Mein Position ist eigentlich, dass ich hier eigentlich niemand mit Geld unterstuetzen will, weil ich der Meinung bin, dass ich dadurch dass ich hier bin und durch meine Arbeit helfe, schon genug getan ist. Des weiteren unterstuezte ich die Schule mit 7000 Shilling im Monat ueber meine Organisation, und davon geht garantiert nicht alles fuer meine Lebenshaltungskosten drauf (obwohls heute Kohl statt Sukuma gab, und sogar mit kleinen Darmstueckchen drin =) - lecker!). Des weiteren geht mir diese ganze "ich will des weissen Mannes Geld!" Attituede auch etwas auf den Sa** mittlerweile.
Und dazu kommt, dass ich ja, obwohl ich hier als reich gelten kann, ich zuhause ein armer Student bin, der fuer sein Geld auch hart gearbeitet hat und wenn er heimkommt, gucken muss das vom ersparten noch was ueber ist fuer den neuen Studienanfang (ich weiss, das ist auch irgendwo Jammern auf hohem Niveau).
Auch bin ich der Ansicht, dass es nicht angehen kann, dass hier alle Organisationen und Privatpersonen auf die Unterstuetzung von Weissen angewiesen sind, dieses Land soll mal seinen Ar*** hochkriegen, und sich selber helfen. Geld genug ist da, wenn man mal sieht was sich so ein MP hier einsteckt. Die kriegen Monatsgehaelter von um die 10 000Euro. Ja, die Zahl ist jezt schon umgerechnet. Und ohne Schmiergelder. Also warum kriegen dies nicht gebacken, mal sowas wie den Ansatz eines Sozialprogrammes aufzubauen?
Des weiteren ist das was ich hier geben koennte nur ein Tropfen auf den heissen Stein - Mein Geld wuerde fuer 1, zwei oder 3 Monate reichen - und dann? Wieder alles beim alten. Ausser, der/die naechste Freiwillige gibt auch wieder. Was den/die in eine gewisse Zwangslage bringt, in der ich mich jetzt auch grade befinde (mein Vorgaenger hat Geld fuer einen Neubau an der Schule gegebn, dreistellig)

Auch die Tiere leben hier von dem, was sie so finden...
Auf der anderen Seite ist das Leid der ganzen Einzelschicksale. Das kleine Maedchen kann ja nix dafuer, dass seine Mutter neulich gestorben ist, und seine Oma das Geld nicht aufbringt, um die Schulgebuehren zu zahlen. Warum sollte es mir da schwer fallen, ein paar Euro hinzulegen? Und die Arbeit, die der Bishop hier auf die Beine stellt, kann jede Unterstuetzung gut gebrauchen. Die Schule verlangt die geringsten Schulgebuehren im weiten Umkreis, und bietet somit denen eine Chance, die sich sonst gar keine Secondary School leisten koennten. Dafuer fehlt es halt an allem - Buechern, Tischen, Stuehlen (das Mobiliar ist aus alten, ungehobelten Holzlatten zusammengezimmert, die Flaeche eines Pults ist etwas mehr als ein DIN A4 Blatt), Gluehbirnen (es gibt glaub ich 4 Stueck - mein Zimmer, Lehrerschlafzimmer, Rektorbuero, Mamas Zimmer), und so weiter. Die Schuluniformen sind zusammengestueckelt aus den alten Uniformen anderer Schulen, man sieht die verschiedensten Wappen auf den (immerhin meist gruenen) Pullovern. Loecher und Flicken natuerlich auch. Und das einfache Essen das ich hier immer krieg, das liegt nich daran dass ich in Kenya bin, sondern daran dass ich das gleiche esse wie die Schueler. Dass das kleine Maedchen neulich mit Typhus ins Hospital musste, lag auch nicht daran, dass wir hier so ne gute Filteranlage fuer das Wasser aus der Tonne haben - die Kinder trinken das einfach so. Und eine Wasserleitung wuerde, laut Bishop, auch nur ca.60Euro kosten.

Ich bin mir nicht sicher, was ich machen sollte, auch wenn meine Entscheidung schon fast gefallen ist. Ich wuerde mich sehr freuen, wenn ihr eure Meinung dazu in der kleinen Umfrage am Rand kundtut, oder nen kurzen Kommentar schreibt.

P.S. ich hab mich beim Schreiben fast gefuehlt wie in ner Deutschklausuer, Eroertuerung, schoen mit dafuer und dagegen... Danke, Frank!

Unterrichtsvorbereitung

how are you? - fine.
who are you? - fine. 
who are you? - i am fine!
WHO are you? aehm, what??
- jaja, mein englisch ist auch nicht das beste... besonders wenns darum geht, diesen komischen Afrikaakzent zu verstehen.

So, heute ein paar Bilder aus Nairobi. Ich sollt eigentlich grade mein Unterricht vorbereiten, weil ich jetzt gelernt, wenn man das macht, dann geht das unterrichten viel einfacher. Und morgen ist ein richtig voller Tag, ich hab 2mal ne Doppelstunde Physik, davor noch 2mal Mathe und Physik in ner Klasse die ich noch nich kenn ...
 
Aber dafuer ist nacher auch noch Zeit... Jetzt kriegt ihr erstmal die Bilder die ich euch versprochen hab. Das Wochenende war naemlich, neben dem feiern, sehr sehr geil.
Affe im Arboretum. Ich war auch noch wesentlich naeher an
welchen dran, aber da hatte ich kein Foto da.
 Sry, das es unscharf ist...
Beide Bilder oben sind aus Nairobi - das eine von der Matatu Station, wo ich immer nach Mai Mahiu aubrech, das andere aus dem Arboretum. Ein wunderschoener Ort, sobald man das Tor durchschreitet umfaengt einen eine Stille, die man dieser Stadt gar nicht zugetraut haette. Dazu riecht es unheimlich gut nach Wald, und waere nicht Samstag gewesen haetten wir bestimmt auch unsere Ruhe gehabt - so haben wir uns den Park halt mit hunderten Kindern geteilt, die Staffellauefe um die Baeume gemacht haben. Das scheint hier sowas wie ein Volkssport zu sein... War ja auch ganz lustig fuer uns, kleine Dicke Kinder rennen sehen macht doch ueberall Spass =) (tut mir ja leid, aber nur weil ich in Kenya bin, heisst das nich das ich mich politisch korrekt benehm! :P - wir haben immerhin nicht mit dem Finger gezeigt.)
Abends dann, wie schon erwaehnt, Feiern in der Stadt, und obwohl die Clubs jetzt nich so ganz das Gelbe vom Ei waren, ham wir trotzdem ordentlich auf den Putz gehauen. Ich hab die ersten 2 Kenyaner getroffen, mit denen man richtig gut ueber alles moegliche diskutieren konnte. Wie immer haben wir uns irgendwann auf Gott, Religion und Schwule eingeschossen- einer war christlich sehr religioes, der andere christlich sekulaer. Aber wir haben uns nach 20min auch shcon geeinigt gehabt - mit euch hab ich das bisher noch nie geschafft! Anschliesend haben wir Klatschspiele an unserem Tisch in der Bar gemacht... wie gesagt, sehr coole Leute.
So wird unser Wasser auch immer gebracht...
Ich weis, auch unscharf, aber da wars schon dunkel!!
Achja, ich hab hier (ok, in Nairobi) auch enldich jemand gefunden, wo auch jongliert, mit der muss ich mich dann mal treffen, die war am Sonntag nur zu verkatert um noch Keulen zu halten - leider hat sie keine dabei, also wird das doch wieder nix mit dem Passing.
Das kulturelle Leben in MM geht auch aufwaerts, vorhin warn wir Billiard spielen, und ich konnte meine Kollegen nur mit Muehe davon ueber zeugen das ich jetzt kein Keg trinken werde, weil ich noch mein Unterricht vorbereiten muss!! Ich glaub ich hab auf die shcon zu viel schlechten Einfluss ausgeuebt...
Wilkommen im Post der unscharfen Bilder...
Was denkt sich der Autofokus eigentlich bei sowas???


 Und das ist mein neuer Lieblingssnack - ja, die ist klein, kostet dafuer nur 4bob das Stueck. Ich steh mittlerweile echt wieder auf Bananen - nicht nur weil man sie an jeder Strasenecke kaufen kann. Wobei gegen die Mangos halt einfach nix ankommt...

Achja, ich hab ja im letzten Post so gross von ner Umfrage getoent - aber die braucht nen eigenen Post. Dabei hab ich mich schon fast entschieden - aber eure Meinung ist mir natuerlich immer noch wichtig!

Sonntag, 18. März 2012

Muede nach Nairobi

bend ova, bend ova, bend ova!
RDX

Eigentlich wollte ich euch heute abend noch einen Riesen Blogeintrag praesentieren, mit Abstimmung und allem, aber ich bin viel zu muede dazu. Bin erst um halb 8e in meiner Schule angekommen, nachdem ich schon die ganze Matatufahrt und die Stunde Wartezeit in Nairobi verschlafen hab... Ich war naemlich der erste im Matatu, und so ein Ding faehr erst los wenns voll ist.

Das Wochenende in Nairobi war sehr sehr lustig, es gibt einfach nur wenige Momente die einem so ein Grinsen ins Gesicht brennen, wie morgens um sieben dem Conducter des ueberholenden Matatus bei 70km/h ein High Five zu geben - nachdem man die ganze Nacht durchgetanzt und gefeiert hat... Yay!

Morgen mehr dazu, vielleicht auch Fotos, obwohl ich wieder nicht so viele gemacht hab. Grade bin ich dabei, mich ueber Reisemoeglichkeiten zum Lake Turkana im Nordwesten zu informieren, soll ein sehr schoenes Plaetzchen sein!

Freitag, 16. März 2012

Alte Bilder


Langzeitbelichtung eines Gewitters in Kima.
So viele Blitze, war richtig einfach einen
einzufangen (mit der Kamera!)
Are you washing the blood of the land...
- singen die Kinder grad vor meiner Tuer.

Nach dezenter Kritik an meinem Schreibstil moechte ich mich hier mal kurz entschuldigen, ich hoffe mal das ich niemand verschreckt habe mit meinem immer negativen Unterton in meinem Blog. Das liegt halt daran, dass ich mir immer spontant von der Seele wegschreibe... Aber ich bemueh mich, in Zukunft froehlicher zu schreiben, ihr wollt ja unterhalten werden, ne?

Heute geht meine erste Woche als Lehrer zu Ende, und ja, ich kann um 8e noch mit meinem Laptop im Bett liegen, ich hab naemlich gestern den Stundenplan umgebaut. ... und irgendwie hat sich da zufaellig ergeben, dass die Klassen 2 und 4 am Freitag weder Mathe noch Physik haben. hehe. Ich werd dann auch gleich nacher in mein langes Wochenende starten, grad is nur morning-prayer vor meiner Tuer, da kann ich nicht im Schlafanzug zur Dusche wackeln... der Herr Muzungu soll ja noch ein bisschen ne Respektsperson bleiben!

Morgenstimmung in unserer Unterkunft im Workcamp in Kima.
Fruehstuckstisch ist schon gedeckt.

Leider gibts in letzter Zeit nur sehr wenig neue Fotos, aber wenn ich dann wieder mehr am Reisen bin, versuch ich euch mit Bildern zu versorgen.
Ich lade euch dann halt ein paar von den aelteren hoch, damit die Posts nich so trostlos aussehen. Hab noch das eine oder andere wunder-huebsche Lichtbild hier rumliegen...

Noch mehr Morgenstimmung, man sieht sehr schoen die
Glasscherben im Vordergrund, die in die Mauer einge-
lassen sind, damit keiner drueberklettert. Ist hier in Kenya
Standart.
Hier mal ein paar Eindruecke aus Kakamega, wo ich mitte Februar den Thorben besucht hab. Fuer alle dies vergessen haben: Kakamega Forest ist das letzte Stueck Regenwald in Kenya, und wir ham uns ne kleine Fuehrung geleistet. Dabei ham wir viele Affen gesehen, Schmetterlinge und Pflanzen... aber fuer den ausfuehrlichen Text siehe hier Blog Eintrag ueber Kakamega.




 
 Ihr glaubt gar nich, wie lange das dauert, hier in diesem Editor vier Bilder so wie die oben anzuordnen...
Oben Links ist eine Teeplantage, die haben die Ranger als Barriere um den Kakamega Rainforest gepflanzt, damit die Einheimischen da Tee pfluecken koennen, anstatt in den Regenwald zu gehen und da die seltenen Pflanzen abholzen. Anscheinend ist das Wirkungsvoll.... Wichtig beim Teepfluecken: nur die hellgruenen Spitzen nehmen! Ich hab mir n paar mitgenommen, wollte mir damit eigentlich mal nen Tee machen, aber bin nich dazu gekommen - und jetzt sind die Teeblaetter auch irgendwo verschuett gegangen...
Oben rechts warten wir auf ein PikiPiki, wir hatten da ein paar Uneinigkeiten ueber den Fahrpreis (nicht wir untereinander, sondern die Muzungus und der PikiPiki Fahrer)
Unten 2 Tiere aus dem Urwald, ein Aeffchen und ein Schmetterling =)

Und dann nochmal was zum Essen:
Hier kann man an allen Ecken "sugar cane" kaufen, so ein Stueck wie der Thorben da isst kostet ungefaehr 10bob, und ja, man muss das so Essen - Zaehne reinhauen und reissen. Ich hoffe mal der Thorben ist mir nicht boese das ich ihn hier so ins Internet stelle... Wenn man sich mal an die faserige Konsistenz gewoehnt hat, dann ist das ganz lecker. Schmeckt frisch und suess, aber man hat danach so was von sau bebbige Haende (schreibt man bebbig so?)...

Achja, in dem Kakamega Post ist jetzt auch das Video von der Matatu Fahrt!

Aber zum Thema cane faellt mir noch was ein - fuer alle die des Englisch maechtig sind, ihr wisst ja das das soviel wie Stock heist - gestern "durfte" ich zum ersten mal zugucken wie Schueler gecaned werden. Ich sas friedlich im Buero und hab am Stundenplan gearbeitet, da kommt der Rektor mit 3 Schuelern rein, stellt sie in ner Reihe auf, dann hies es Haende ausstrecken, und druff mit dem Stock! Sah sehr schmerzhaft aus, aber die Schueler hams recht laessig genommen... Mir isses eiskalt den Ruecken runtergelaufen. Aber anscheinend ist das gang und gebe hier... Aber keine Angst, ich werd das nicht machen. Nie.





Dienstag, 13. März 2012

zufrieden mit der Welt

Good Morning class - Good morning teacher!

meine neue Steckdose, waehrend dem Einbau.
Noch falsch rum angeschlossen -
wer weis denn schon dass "N" fuer neutral
und "L" fuer lifeline steht??
... Ingeneur, von wegen... peinlich ... 
Heute war mein erster Tag Unterricht - war zwar anstrengend, die ganze Sache auf englisch zu halten (und da haette sich Physik bilingual dann endlich ausgezahlt), aber als mich die Klasse dann aufgefordert hat, die Mathe Stunde zu ueberziehen, das freut dann doch das frisch gebackene Lehrerherz.

Bevor ich jetzt noch meinen Unterricht fuer morgen vorbereite, wollte ich euch eigentlich nur noch mitteilen, das es mir soweit gut geht, abgesehen davon das es heute abend kein warmes Duschwasser gab (am Sonntag gabs welches). Dafuer bin ich grade mal wieder sauber, im sauberen Schlafanzug im frisch gewaschenen Bett - angenehm. Da stoerts auch nicht, dass es mal wieder so stark windet, dass das Wellblechdach wackelt.

Und ich hab in meinem letzten Eintrag was ganz wichtiges vergessen:

kommt mich doch besuchen! ich fuehl mich hier mittlerweile soweit heimisch, dass es mir tierischen Spas machen wuerde, euch rumzufuehren, euch Ugali essen zu lassen (gestern hatte ich zum Abendessen Ugali Matumbo, das war das altbekannte Ugali - Maismehl in Wasser gekocht, wird zu einer griesbreiartigen, geschmackslosen Pampe - und dazu gekochte Gedaerme. Man konnte richtig schoen die Zotten im Dickdarm sehen und auf der Zunge spueren =) hat aber gar nicht so uebel geschmeckt), und euch in ein Matatu zu quetschen. -nur mal so als Anregung, fuer alle die noch kein Sommerurlaub geplant haben ;)


auch hier gibts suesse kleine Katzen =)
Achja, und weil ein Eintrag ohne rumgemosere kein Eintrag ist: 
Ich war ja schon ein bisschen enttaeuscht, das wirklich so gut wie niemand sich nach meinem Bomben Post gemeldet hat - macht sich denn keiner Sorgen? :P

Montag, 12. März 2012


"Dieses Land!"
- Anna, stellvertretend fuer alle Freiwilligen, die diesen Ausspruch vor, nach und mit ihr verwendet haben.

Kleine Zusammenfassung meines ersten Monats in Kenia:
bettelnde Strassenkinder, denen wir dann nen
Teil unseres Mittagessens gegeben haben.
So alles in allem, fuehle ich mich mittlerweile richtig gut eingelebt hier. Soll nicht heissen, dass ich ein echter Kenianer geworden bin, aber ich komme hier mit allem zurecht. Seis das Essen, der Transport, die Leute, der Dreck, die Kakerlaken, die Strassenkinder, das Bier, ... man gewoehnt sich an einiges, was man zuhause so nicht akzeptieren wuerde.


Also, fangen wir mal mit dem Essen an:

Hier in Kenia gibts einiges zu Essen, und wie bei uns auch, von Ort zu Ort unterschiedliches Essen. An der Kueste gibts z.B. sehr guten Fisch, aber auch jede Menge orientalisches Essen. Da werden dann auch Gewuerze verwendet. Anscheinend ist sowas aber im Rest von Kenia unbekannt. Man nimmt hier nur Salz, und das entweder in homoeopathischen Dosen, oder richtig viel.

Aber wir wollen ja mal die leckeren Sachen hervorheben:
Samosas in the making!
SAMOSAS sind dreieckige Teigtaschen, die mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Gemuese gefuellt sind, und dann mal schnell fritiert werden. schmecken sehr sehr lecker, und kosten je nach Fuellung zwischen 5 und 20 Shilling.  Wenn man sonst kein Abendessen hatte, die optimale Alternative, wird an fast jeder Strassenecke verkauft. Geruechten zufolge gibts Freiwillige, die keine Samosas mehr sehen koennen.. .
Claudia beim auf die Samosas warten.

Auch frittiert sind MANDAZI, gibts meistens zum Fruehstueck, einfache frittierte Teigstuecke, fettig und sues (je nachdem wie guts der Koch meint...). Leider hab ich davon keine Fotos, sehen aber nicht sehr spektakulaer aus. Gibts dreieckig, viereckig und rund, und neulich hat der Patrick uns welche mit Limettenschale drin gemacht, die waren mal der Hammer... Aber ansonsten ist das regulaere Mandazi, das man so im Laden findet, einfach nur ziemlich fettig. Zum Fruehstueck dazu gibts Chai, das ist ein Schwarztee der aus mit Wasser gekochter Milch aufgebrueht wird. Da kommt dann sehr viel Zucker rein, und dann ist das auch lecker.
Kaffee gibts hier sehr selten, ich hab erst einen guten getrunken. Meistens besteht der aus viel zu viel, auch mit Milch gekochtem Wasser, in das ein kleines bisschen Bruehkaffeepulver reingeruehrt wird. Baeh.
wenn ich jetzt hier anfang, ueber jedes Essen zu schreiben, dann wird das ein viel zu langer Blogeintrag, und kein Schwein liest das mehr. Also belass mers mal dabei, und naechstesmal erzaehl ich euch ueber Ugali!

Hygiene - ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich bin hier immer einigermasen sauber. Vorhin hat mir sogar die Mama warmes Wasser zum duschen gemacht =) Meine Klamotten sind, obwohl ich sie immer nur kalt und von Hand waschen kann, auch in akzeptablem Zustand. Aber es sind halt die Kleinigkeiten, die den grossen Unterschied machen - ich haette vor 2 Monaten nicht gedacht, dass ich beim Anblick einer Kakerlake neben meinem Bett denke - "meh, die is ja noch klein, die macht nix..." (mein Moskitonetz ist grade auch noch so schlecht angebracht, dass die Kakerlake ruckzuck neben mir liegt ....) und sie einfach laufen lasse - oder die Sache mit den Klobrillen - ich glaub ich hab bisher nur 2 Stueck gesehen. Aber das sind ja dann auch gar nicht die Sachen, bei denen der gemeine Volunteer ein "Karibu Kenya" oder ein "dieses Land!" raushaut. Das gibts dann, wenn im Krankenhausklo die Waende mit Kacke verschmiert sind, weils kein Klopier und kein Waschbecken gibt, aber die Leute Stuhlproben abgeben muessen. (hab ich aus erster Hand gehoert....). Apropos Medizin, es ist auch einigermasen normal, dass der Arzt einfach mal 4 Breitbandantibiotika gleichzeitig verschreibt.... und dann wundert man sich das der Durchfall nicht besser wird.

Ach, ich hab keine Lust den Post heute als "alles ueber Kenia" Post fertig zu schreiben, ich erzaehl euch lieber n bisschen von meim Wochenende, und dann laester ich spaeter weiter ueber "dieses Land!"

Da dieses Wochenende Mid-Term war, hatte ich von Mittwoch Mittag bis heute (Montag) frei, und bin gleich mal aus Mai Mahiu geflohen... am Mittwoch abend hat naemlich der Jan in Nairobi seinen Geburtstag gefeiert. Ich hab ihm ein Flaeschchen Wodka und echte deutsche Ahoi-Brause geschenkt, das man sich mal wie daheim fuehlen kann. Ihr haettet mal die Augen von den Kenianern sehen sollen, als 8 Muzungus angefangen haben, Macarena zu tanzen... =)
Mein Schulhof, rechts hinten ist meinZimmer
Der Schulcompound von aussen
Am Donnerstag sind wir dann nach Nairobi rein, und nach einem Stundenlangen Verhandlungsmarathon hab ich mir dann dieses wunderschoene Laptop gekauft, mit dem ich hier grade tippe, und den ersten richtigen Kaffee in Kenia getrunken, im Cafe Deli in Nairobi. Sehr geiles Cafe, die haben auch Kuchen (falsch, TORTEN!) und ein fast westliches Essensangebot... echt lecker. Aber dafuer teuer. Aber der Kulturentwoehnte Freiwillige goennt sich da hin und wieder mal was leckeres, was nach daheim schmeckt - und man sieht dann auch darueber hinweg, dass der BlackForestCake mit Erdbeeren statt mit Kirschen ist.


Ausfstieg auf den Menengai
Paula mit Rueckenwind
Gruppenbild mit Aussicht


Reparatur eines Matatu-Platten -
deswegen waren wir 20min spaeter in Nairobi, und sind
vermutlich an den Bomben vorbeigekommen.
Am Freitag Mittag sind Thorben, Jana und ich nach MaiMahiu gefahren, und weil das so ein scheiss Kaff ist, gleich weiter nach Nakuru. Die Matatufahrt war sau lustig, obwohl sie ewig gedauert hat, weil im Laufwerk von meinem neuen Laptop war ne CD, die wir dann auf der Fahrt rauf und runter gehoert haben - mit so schoenen Klassikern wie dem hier und das hier. Thorben und ich ham natuerlich laut mit gesungen ( nur das Thorben halt singen kann).
In Nakuro ham wir mit dem nagelneuen Laptop nen Videoabend gemacht, aber irgendwie fanden die ganzen Maedels Sucker Punch scheisse. Banausen.
Am Samstag nochmal Menengai Krater, danach wieder Nairobi, abends keine Party sondern Bomben (hab ich ja schon geschrieben...) und dann bin ich wieder nach Mai Mahiu.
Heute hab ich mir endlich meine Stromleitung gelegt, jetzt kann ich mich in meinem Zimmer verschanzen und das Internet durchstoebern! -irgendwie denk ich jetzt schon, das das vielleicht ein Fehler war mit dem Laptop... :P -grad lieg ich zb hier rum, ess Shortcake (Kekse), trink Wasser und schau Machete - heute 7Filme fuer 100/= gekauft ...

Samstag, 10. März 2012

Bombenanschlag, aber keine Panik!

"believe me,
i am still alive"
-G L A D O S 
An alle, die dass hier Four dead in Kenya gerade gelesen haben und es geschafft haben das Wort "Nairobi" mit mir zu verknuepfen:
ich lebe noch
Ich bin gerade in Nairobi, und wir wollten eigentlich in die Stadt fahren... da hiess es, dass keine Matatus mehr fahren...
Zusammenfassung: 5 Tote, 4 Explosionen, vermutlich Granaten aus einem Fahrzeug, an ner Bushaltestelle an der ich vor 2 Tagen noch ausgestiegen bin (Nairobi, Country Bus), vermutlich Al-Schabab.

Zum Zeitpunkt des Anschlags war ich anscheinend keine 5km von dem Ort entfernt, und hab in der Stadtmitte von Nairobi das Matatu gewechselt. Und haette unser Matatu in Nakuro keinen Platten gehabt, waer ich vielleicht noch naeher dran gewesen... 

Bitte keine besorgten "gehts dir gut - komm aber heim" Emails... es geht mir gut. Und ich bleibe hier. Vorerst zumindest.

Nachtrag:
Ich fahr jetzt mal in die Stadt rein, mal gucken ob mein Matatu nach Mai Mahiu noch faehrt, wenn nicht, dann bleib ich halt in Nairobi anstatt in die Schule zu gehen.
Die Stimmung unter den Freiwilligen ist soweit ganz laessig, man haelt das ganze hier eher fuer eine Tat von einzelnen Spinnern. Nur ein paar haben Angst, dass ihre Eltern Panik schieben und sie heimbeordern wollen ... 

Care Pakete fuer Jakob!

send me a letter with a picture of you...
Fuer die Hobby Ornithologen: Ist das ein Adler?

Fuer alle, die mir Care Pakete schicken wollen, hier die Adresse meiner Host Organisation:
Center for International Voluntary Service (CIVS)
Mumias Road, Buruburu Business Center, Kenol Station Building
P.O. Box 824-00515 Buruburu, Nairobi, Kenya.

ABER: wartet erst mal noch (zumindest damit grosse oder teure Sachen zu schicken), weil ich mal bei meiner Organisation angefragt hab, ob bald neue Freiwillige kommen, und wenn ja waere es wesentlich einfacher und sicherer, die Sachen innerhalb Deutschlands zu verschicken und dann mitbringen zu lassen. Aber wenns nur n Schokoriegel ist, duerft ihrs natuerlich gerne schicken :)

 Sollte das jemand vorhaben, ich haette gerne:

  1. Meinen Klettergurt mit HMS, Tube und Schlingen
  2. Meine Kletterschuhe
  3. Das Buch "The Wise Mans Fear" aus Fabis Buecherregal
  4. Mein N86 mitsamt Ladekabel
  5. einen neuen Satz Jonglier Baelle

und viel viel Liebe! =)
die liste ist nach Praeferenz sortiert.

Und damit niemand sagen kann, ich mach hier nur Bettel-Posts (jaja, soweit hat Kenia schon abgefaerbt... - eh, you, mimi ni rafiki, you have me some money to buy lunch? - he, du, ich bin ein Freund, hast du mir Geld um Essen zu kaufen?) gibts hier noch nen kurzen Statusbericht und ein paar Bildla:


Strasse in Nakuru
Hostel Zimmer im "Care Guest House". 
Gerade bin ich mit 5 anderen Freiwilligen in Nakuro, da wo ich schonmal war mit Camille, und mach ein bisschen Urlaub. Gestern haben wir uns im Keg Pub hier um die Ecke ein bisschen Bier geholt, und dann dazu im SuckerPunch angeguckt. Ein "Keg Pub" ist eine kleine, schaebige Absteige wo "Senator Keg" ausgeschenkt wird. Das ist sowas wie schales, warmes Bier, und kommt in 1,5L Pitchern fuer 120bob. Man kann aber auch seine Plastikflaschen mitbringen und das da rein abfuellen. So ein Keg Pub ist in der Regel halb voll mit betrunkenen Maennern und Prostituierten - zumindest in den groesseren Staedten gibts auch Prostituierte. Und wir Muzungus sind immer der grosse Hit, wenn wir da reingehen... Jeder will mit uns Reden. Nacher, wenn alle mal wach sind, gehn wir nochmal auf den Menengai Krater, die anderen waren da noch nicht. Die Fotos sind aber von meinem Letzten Aufenthalt hier, aber ich hoff mal ihr kennt die troztdem noch nicht.

Jetzt geh ich mal unter die (warme) Dusche, und dann gehts klettern!

Freitag, 9. März 2012

Neuer Laptop

"it is even better than Bratkartoffeln!"
- Anna ueber Kenianische Kartoffel-Ei-Pfanne...

Guten Morgen, meine sehr verehrten Leser,
freudige Neuigkeiten! Fuer euch heisst es erst mal, dass ihr oefters, laengere und ausgewogenere Post bekommt, fuer mich heisst es, dass ich meine Abende nicht komplett gelangweilt in meinem Kuhkaff verbringen muss -
ich hab mir naemlich gestern nen Laptop gekauft. Preislich ganz ok, und da meine Kreditkarte wieder geht, hatte ich auch das noetige Kleingeld dazu. Fuer alle Nerds: ein IBM Thinkpad T42 mit nem 1,7GHz Pentium, 1GB RAM und ner RadeonMobility 7500 fuer 12.000 Shilling. Ich bin ja der Meinung, ich hab da ein Schnaeppchen geschlagen, was denkt ihr? Achja, des weiteren war noch WinXP installiert, GTA ViceCity, SanAndreas, Call of Duty 2 und ein paar Nacktbilder von fremdem Frauen (schon geloescht, keine Sorge.)
Bilder gibts jetzt erst mal keine, ich lieg grad noch im Bett, das mach ich dann am Sonntag. Ich schau mal, ob ich mir irgendwo ne Webcam organisieren kann, dann kann man auch mal nen Hangout veranstalten, fuer alle die mich mal wieder live sehen wollen. Mobiles Internet ist hier sehr guenstig und schnell, ich zahl fuer 50MB einen Euro, fuer 200MB 2,50 und fuer 500MB 4,99Euro.

Soweit mal die frohe Nachricht, ich bin grade in Nairobi im Hostel und fahr heute mit dem Thorben  nach Mai Mahiu, zeig ihm wo ich wohn, und dann gehn wir nach zusammen nach Nakuro. Am Sonntag gibts dann nen detaillierten Bericht =)

Sonntag, 4. März 2012

Alles nur ueber mich

"Those are Massai. They are jumping. this is how they worship god"
- mr. Sam

viel zu dunkel, ich weis...
Nur um das jetzt mal klar zu stellen: wer da an huepfende Negerlein im Bastrock denkt, der ist hier ganz falsch. Und leider waren die Massai, von denen da oben die Rede ist, auch nicht traditionell in ihren rot-karierten Tuechern und mit einem Eisenspeer in der Hand, sondern hatten Jeans und ein Muskelshirt an und ein Schnurlos Mikro in der Hand.
Bei uns an der Schule war dieses Woe naemlich "weekend challenge", das heisst das ganze Wochenende Marathon Gottesdienst. Wer mich kennt , kann sich vorstellen das mir am Ende schier schlecht geworden ist vor lauter fanatischen Predigern. Wobei am Anfang wars echt mal interessabnt, die Gottesdienst Kultur ist hier wesentlich lebendiger als bei uns. So wie man sich das halt vorstellt, mit singen und tanzen und schreienden Predigern... aber zwei Tage sind einfach zu lange. 
Achja, und ich hab meine Schueler gleich mal am Anfang angelogen, auf die Frage "are u saved?" gleich mal mit ja geantwortet... ich hatte Angst, das die mich hier sonst wieder rausschmeissen... 

Aber von Anfang an. 
Ich hab letzte Woche vielleicht schon erwaehnt, dass ich mir nen Sonnenbrand zugezogen hatte? Das war nicht irgendein Sonnenbrand, das war die Mutter aller Sonnenbraende. Am Freitag war mein Ruecken mit lauter kleinen Fluessigkeitsgefuellten Blaesschen bedeckt, und gestern sah das dann so aus wie hier nebenan. Huebsch, ne?



Selbstportrait nr.8 - das einzige das nicht ganz doof aussieht.

 Aber ich wollte euch ja auch meine Haare zeigen.

keine protestschreie, ich weis es sieht beschi**en aus, aber es ist verdammt praktisch. Und waechst ja wieder nach... hoffentlich. Huebsche Geheimratsecken, oder?
Massai-Spitzen-Latschen

 In diesem Post gehts mal nur um mich. Ich hab mir naemlich huebsche neue Schuhe gekauft, aus alten Autoreifen. Eigentlich wollt ich die Spitzen abschneiden, hab mich jetzt aber dran gewoehnt... sind sau bequem!
mein Zimmer, vom Bett aus
Ich bin jetzt auch in meinem finalen Projekt angekommen, in der Bishop Waichere School in Mai Mahiu. Das ist alles in allem ne grosse Autobahnraststaette, wo auch ein paar Menschen leben. Es gibt ungefaher 50 Pubs hier, aber keinen Supermarkt. Aber keine Angst, ich werd trotzdem nicht zum Alkoholiker, keiner meiner Kollegen hat das Geld mit mir Bier trinken zu gehen. Und als laufender Geldbeutel bin ich mir noch zu Schade.
Mein Bett und mein Tisch.
Der Pointer bei "Location" sitzt ziemlich genau auf meinem Zimmer. Ja, ich hab ein eigenes, mit Bett und Tisch. Lebt sich ganz gut, hab auch elektrisches Licht, ne Steckdose leg ich mir noch. Das Zimmer ist auf dem Schulgelaende, auf google maps seht ihr die 2 langen Gebauede, das ist die Schule, im oberen (noerdlichen) wird unterrichtet, im anderen sind die Internatsschueler, Lehrer und ich untergebracht. Ich werd da wohl Physik unterrichten, aber bisher waren nur Pruefungen, die ich beaufsichtigt hab. Achja, fliessend Wasser gibts nicht, das kommt immer mit nem Eselskarren. Geduscht wird auf die altbewaehrte Art und Weise mit Eimer, gestuhlt ins Loch. (hihi, gestuhlt...)
 Das hier sind ein paar von meinen Schuelern, und ja, ich hab ne Jacke an. Es wird hier im Rift Valley naemlich immer ziemlich kalt nachts... und regnen tuts grad auch viel, so 2 Stunden am Tag. Nicht sehr afrikanisch...


Hier noch ein kleines Voegelein, huebsch, nicht?

Sozusagen als Dankeschoen an alle, die mir Musik haben zukommen lassen, ich schaffs hier grad nur nicht die auf mein Stick zu ziehen. Hoer ich halt weiter Bonaparte, Bloodhoundgang und Miss Li.

Eigentlich sollte das ja ein Jakob-zentrierter-schlechte-Laune-Post werden, aber irgendwie hab ich das nicht hingekriegt... Muss mal noch dran arbeiten das zu schreiben was ich vorhatte. Aber wenn man 2 Stunden damit verbringt, Bilder hochzuladen und Musik runter, dann bleibt zum schreiben wenig Zeit und Motivation.

2 Stunden? ist das nicht sauteuer? - nein. ich zahl nen halben Cent pro Minute. und wenn man mal bedenkt, das ich mir vorhin n Buch, ne neue Hose und ne fette Pizza gekauft hab, ist das hier gar nix. Die fette Pizza (zusammen mit nem kalten Krest und nem Erdbeerjoghurt) ist uebrigens daran Schuld, das es kein schlechte Laune Post wurde.
Bei uns in der Schule gibts naemlich immer das gleiche Essen.
Fruehstuck: 2Scheiben lappriger Toast + eine Tasse Tee
Mittag: Bohnen mit Mais
Abends: Ugali (Maisbrei) mit Sukuma Wiki (Spinat aehnlich)

da hat man nach ner Woche die Schnauze voll.
und das die ganze Zeit in diesem Kaff MaiMahiu eingesperrt sein, zusammenmit den Schuelern und den Lehrern, das ging mir sehr auf den Geist. Deshalb bin ich heute nach Naywasha (halbe Stunde Matatu) abgehauen, und hab mir nen schoenen Tag gemacht.Wollt mir heute eigentlich auch nen Laptop kaufen, aber Sonntags haben nicht alle Laeden offen.
Ich halts einfach nicht aus ohne Internet, ich brauch irgend ne Beschaeftigung in meim Zimmerle. Man kann nicht den ganzen Tag jonglieren und Lesen...
So, jetzt geh ich wieder raus an die Sonne, hoffe mal bei euch tauts auch langsam!

Sonntag, 26. Februar 2012

"who fucked it up an called it love? 
- it was not me!" - bonaparte

dieses Zitat hat keinerlei Bezug zu irgendwelchen Ereignissen. Ich hoer in letzter Zeit nur viel Bonaparte waehrend dem Matatu fahren...  ich hab ja sonst nich viel andere Musik!


ich hoffe mal, dass ihr alle noch nachkommt mit lesen, wenn ich jetzt schon wieder was poste. aber ich dachte mir, ich schulde euch noch ein paar bilder.

also wird der letzte eintrag aufgewertet, und hier noch ein paar andere.

zum einen mal schweissen (edit: zum scheissen in Kenia braucht man ein Loch im Boden) in Kenia - kann das Bild bitte jemand an die Fa. Scherer weiterleiten? Das war direkt neben meiner PC Klasse, da hat ein Schlosser aus den verschiedensten Stahl Resten Fenstergitter, Tueren oder Motorad-Pisten-Ausruestung zusammengeschweist. sehr spannend, weil mit den limitiertesten Mitteln. Ich glaube wenn man die Leute mal in ne vollausgestattete Werkstatt stellt, dann koennen die da zaubern! -oder sie haben halt keine Ahnung wie man mit den Geraeten umgeht...
 Meine Jonglierbaelle in der Luft. mittlerweile sehen sie nicht mehr ganz so gut aus, weil ich sie den Kindern (unten) gegeben hab zum spielen - aber ich bin ja schon froh das ich alle 5e wieder bekommen hab.

Achja, 3 Baelle in einer Hand!! (bisher nur mit Links, aber immerhin 10catches!)
 Jakob hat Spass in Afrika...
Und ein klassisches "Kleine-Kinder-in-Afrika"-Bild. Ich hatte das Gefuehl bei lebendigem Leibe gefressen zu werden. Wir haben eine Schule besucht, und ich hab halt mal meine Seifenblasen und Jonglierbaelle ausgepackt - wie ich das halt mach. und sobald die erste Seifenblase in die Luft gestiegen war, erfuellte ein unglaubliches Kreischen die Luft und Tausende kleine schwarze Haende griffen nach den schillernden Baellen und dem weissen Mann, der sie hervorzauberte...

(ich hoffe, damit bin ich jetzt wenigstens ansatweise den Forderungen nach Stil nachgekommen?)



Soviel zu den Bildern.

achja, wie viel habt ihr fuer euren letzten Friseur Besuch bezahlt?
Ich hab mir gestern in Nakuro die Haare auf 8mm schneiden lassen, waschen mit Kopfmassage und mich rasieren lassen. dazu Aftershave und Parfum, das ganze Paket fuer 200/=. das sind 2euro ...

Aber zur Strafe fuer diese Ausbeuterischen Eskapaden hab ich mich dann Nachmittags nochmal naeher mit meinem Fruehstuck befasst, das wollte unbedingt nochmal ans Tageslicht. Vermutlich war der Schokoladenkuchen nicht so ganz taufrisch. Oder ohne meine schuetzende Haarpracht hab ich mir nen fetten Sonnenstich eingehandelt - nen Sonnenbrand  auf meinen Geheimratsecken hab ich auf alle Faelle. Ja, ich hab Geheimratsecken. Bilder gibts naechstesmal, ich mach jetzt nich extra fuer euch ein Selbstportrait im InternetCafe. Camille hat n paar nette Bilder...

soweit von mir, ich tu jetzt noch die Bilder in den letzten Post, und dann geh ich wieder ins Hostel. Achja, Hostel in Nairobi. Am Dienstag gehts nach Maai Mahiu, das ist bei Naywasha. Da faengt dann mein richtiges Projekt an...