Mittwoch, 27. Juni 2012

Dragon

look what i just found...
ich weis, ich sollte meine Zeit nicht auf 9gag verbringen, aber heute wollte niemand das Spiel gucken gehn, und ich bin muede...

Dienstag, 26. Juni 2012

Mt Kenya

Are we going to make it back to Kami in daylight?
- yaeh, sure!

Are we going to make it back to the Biwak in daylight?
- yeah, sure!

Vorsichtiges Anfragen beim Guide. Ankunft im Biwak: 2Uhr morgens.

Eigentlich koennte ich euch jetzt so viel erzaehlen, und hab die letzten Wochen so viele Bilder geschossen, dass ihr bis Weihnachten genug zu lesen haettet. Aber da ich bald sowieso heimkomm, und euch dann von Angesicht zu Angesicht (endlich) wieder seh, hier nur ein kurzer Abriss der letzten Wochen und ein paar Bilder vom Mt. Kenya.

Simba Col und Simba Tarn, 4600m
Ich hatte die letzten 4 Wochen den Johannes zu Besuch, und bin deshalb sehr viel gereist. Ich habe deshalb auch ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Schule dadurch vernachlaessige. Aber die bekommen naechstes Wochenende eine Ziege zu meinem Abschluss, ich hoffe mal das stellt sie ein bisschen zufrieden. Meine Arbeit hier ist getan, ich habe jetzt einen Nachfolge-Lehrer (Mr. Githinji aus dem Rift Valley) und ich bin gerade dabei, mit Max, der vor mir hier war, einen Freundeskreis zu installieren (zumindest will ich das, aber Max schreibt mir keine Infos mehr... faule Socke...)
Meike, die auch 3 Wochen hier war, hat uns vorletzten Samstag verlassen, und am gleichen Tag sind Johannes, Andrea, Jonas und ich mit dem Matatu Richtung Chogoria aufgebrochen. Das liegt am Fuse des Mt. Kenya, und dort beginnt auch die anstrengendste aber sehenswuerdigste Route auf dem Gipfel. Dort haben wir uns eine letzte Nacht im Luxus (warme Dusche, gutes Essen) gegoennt, und haben dann gleich mal mit einer 19km und 1000 Hoehenmeter Etappe die ganze Geschichte begonnen. Zuerst durch Regenwald, dann Bambus, und zum Schluss ueber die Baumgrenze hinaus.
Nithi Falls, und 2 Verrueckte
Der naechste Tag hat uns ueber eine vernebelte Heidelandschaft gefuehrt, und ein kleiner Abstecher zu den Nithi-Falls war auch drinne - ein 30m hoher Wasserfall wie aus dem Bilderbuch. Natuerlich haben wir da ein bisschen gebadet, obwohl es saumaesig kalt war!

Den Abend haben wir an einem malerischen See auf 3400m Hoehe verbracht, noch ein bisschen Abendsonne genossen und dann die erste Nacht im Zelt geschlafen. Wir hatten das alte Zelt von meinem Papa dabei, das anfangs fuer Johannes und mich gedacht war (spaeter kam dann noch Jonas dazu, weil das andere zu klein war) und ein 1,5Mann Zelt von Vaude, das dafuer nur 1kg gewogen hat.
Die Landschaft war malerisch, und als die Wolken kurz weg waren, haben wir sogar einen Blick auf die Gipfel und ihre Spiegelbilder im See werfen koennen. Der Mt Kenya besteht aus 3 populaeren Gipfeln, Nelion (5188m), Batian (5199m), beide sind nur klettermaesig zu erreichen, und Point Lenana (4985m) den die ganzen Touristen besteigen. "Touristen" sind dabei die, die zu viert mit 8 Portern und 2 Guides losziehen, und von meinen Mitreisenden belaechelt bis beschimpft wurden. Wir waren natuerlich ohne Porter ganz oben...
Unser Zelt, im Hintergrund die Gipfel
Die naechasten 2 Tage wurde weiter gewandert, mit zunehmender Steigung und Hoehe. Die Hoehenkrankheit hat keiner gekriegt, aber wir haben doch gemerkt das da oben weniger Luft ist - Kopfschmerzen und schwereres Atmen waren jeden Abend an der Tagesordnung. Am 5. Tag dann sind wir frueh morgens um 4e aufgestanden, weil wir die geringe Hoffnung hatten, dass wir es an einem Tag hoch und wieder runter schaffen (unsere Zelte blieben auf 4500m zurueck). Wir hatten fuer die Kletterpartie leichte Ruecksaecke und 2 Guides, sodass wir jeweils in 3er Teams geklettert sind. Guide voran, und dann die Wazungu hinterher. Auf ca.4800m im Amphitheater haben wir dann halt gemacht, und obwohls erst 2e war das Kletter fuer den Tag eingestellt. Schlafsaecke zwischen den Steinen ausgerollt, und dann auf den nachesten Tag gewartet. Jo, Jonas und ich haben zwar rumgemault, weil wir dachten, wir koennten es vielleicht doch noch an einem Tag schaffen und wuerden nur unsere Zeit verschwenden, aber am naechsten Tag haben wir gemerkt, dass es umoeglich gewesen waere...
Jeden Abend Nudeln...
Naja, was soll ich ueber das Kletter viel sagen, es war ein durchschnittlier Schwierigkeitsgrad 4 mit einigen Stellen 5 oder 5-, am zweiten Tag hatten wir keine Rucksaecke dabei (bis auf Jo den Wassertraeger), aber es war halt scheisse hoch und ihr wisst, ich hab damit ein kleines Problem, wenns links und rechts mehrere hundert Meter runtergeht. Aber um 2e waren wir trotzdem auf dem Gipfel, das zweite Team eine knappe Stunde spaeter.Und dann fings an bergab zu gehen - zum einen wieder runter vom Berg, zum anderen mit Leistung, Wetter und Moral. Es fing an zu schneien, wir waren alle erschoepft, und mussten ueber den glitschigen Felsen wieder zurueck. Der oder die eine hat sogar vor lauter Verzweiflung das heulen angefangen, und wenn es einen Landemoeglichkeit gegeben hatte, haetten wir fast den Hubschrauber geholt, um uns da rausfliegen zu lassen. Soviel mal dazu das es hart war. dann ist auch noch die Dunkelheit ueber uns hereingebrochen, und wir hatten noch 8 (angeblich nur 5, aber es wurden immer mehr) Seillaengen abzuseilen. Und wir hatten nur 3 Stirnlampen dabei, fuer 6 Leute. ("der Profi packt schon morgens um 8e das Nachtsichtgeraet ein" - Black Hawk Down - gell, Jonas!!!). Also haben wir uns immer zu 2. mit einer Stirnlampe schlecht gesichert die Traversen entlanggehangelt, dazu war es ungefaehr -5grad kalt. Das abseilen mussten 3 Leute (Jonas, ich und ein Guide) ohne Lampe machen. Bei Neumond. Wenn man da im Stockdunkeln am Seil haengt, oben mit 2 Schlingen und einem Clips Karabiner gesichert, und alles was einen haelt ist die rechte Hand am Seil, man sieht nicht wie weits runter geht und ob das Seil irgendwann zu Ende ist, da kommt dann ganz kurz der Gedanke auf, ob man das Sonnenlicht nochmal sieht.
Ja, an der Stelle hatte ich Hoehenangst.

uWir haben alle das Sonnenlicht gesehen, nach einer weiteren, eigentlich ungeplanten Nacht im Biwak, und am naechsten Tag einen Gewaltmarsch hingelegt, um aus dem Park rauszukommen. In 6 Stunden 26km, 2000m Hoehenunterschied, und das ganze mit kaputtem Knie (eventuell erinnert sich jemand an meine Knie Probleme letztes Jahr - nein, das ist noch nicht vorbei).Puenktlich um 5 nach 6 abends waren wir am Gate, haben uns dann per Taxi ins Hotel fahren lassen, und da ordentlich gevespert. 2kg Fleisch fuer 4 Leute, dazu Pommes und ein wohlverdientes Tusker. Wir waren echt froh, alle vier lebendig und warm um einen Tisch zu sitzen.
So, und naechste Woche gehts noch zum Lake Turkana, das ist mein letztes Ziel in diesem Land, und in 14Tagen bin ich schon wieder auf deutschem Boden!

Mt Kenya, Batian, 5199m, Jakob und Johannes
Wenn mich jemand abholen will, ich freu mich ueber alle am Flughafen:
Landung laut Ticket ist am 10.7.2012 um 16:30Uhr am Flughafen Stuttgart, Flug Nr. TK1705.

Bis bald!

Sonntag, 24. Juni 2012

Entschuldigung

If you look at me, a monkey you will see.
If you stand by me, a monkey you will be!
Hey, monkey, Attention!
- Jonas, jeden morgen am Mt Kenya...

So, fuer alle die sich Sorgen machen, ich hab in letzter Zeit meine Freunde aus Stuttgart, Johannes und Meike durch Kenya gefuehrt, und deshalb keine Zeit gehabt, hier zu bloggen. Entschuldigung dafuer.
Dafuer werd ich morgen oder so hier gaaaanz viele tolle Bilder und einen netten Bericht ueber die Besteigung des Mt. Kenya reinstellen, dort hab ich die letzte Woche verbracht, und, soviel vorneweg, wir haben es tatsaechlich geschafft auf 5199m zu kommen. War aber ein hartes Stueck Arbeit, und vom Runterkommen mal ganz zu schweigen...
Also, seid gespannt, und bis morgen!

Mittwoch, 6. Juni 2012

just something nice i found on the internet...

Da ich hier die Chance hab was mit vielen Leuten zu teilen, hier ein nettes Geschichtle:
auch wenn man in Afrika ist kann sich nicht immer alles um Afrika drehen!
Welcome to Science

Dienstag, 5. Juni 2012

There are three types of Mangroves: one for the boat, one for the house and one for the bed.
- Captain Simba

Was soll ich euch heute erzaehlen? Davon, wie ich mit den Mzungus aus Deutschland an der Kueste dekadent gelebt hab, oder wie es meinen armen Schuelern geht?

Ich versuch mal beides, obwohl nach dem letzten Post meiner Meinung ein Gute-Laune-Urlaubs-Post angebracht waere.

Letzte Woche Sonntag sind Johannes und Meike aus Stuttgart zu Besuch gekommen, und ich hab die beiden gleich in der ersten Woche mit an die Kueste genommen. Eigentlich war das als kroenender Abschluss gedacht, aber da andere Freunde eh in der Zeit nach Lamu gefahren sind, haben wir uns da mal angeschlossen.
Lamu ist soweit die schoenste Stadt, die ich bisher in Kenya gesehen habe. Ein verwinkeltes arabisches Seeraeubernest, lauter weisse Haeuser, fraeundliche Leute, gutes Wetter, leckeres Essen, das Meer und der Strand vor der Tuer, was will man eigentlich mehr? Die gesamte Kuestenregion ist eigentlich relativ reich, aber Lamu besonders, weil es einer der touristischsten Orte in Kenya ist. Nur haben die zur Zeit eben das Problem, das die ganze (weisse) Welt Lamu mit Terrorismus, Somalia und Piraten in Verbindung bringt, und dadurch nicht mehr ganz so viele weisse Geldbeutel durch die Gegend laufen... da sind die Leute dann sogar zu weniger betuchten Freiwilligen extra freundlich. Wir hatten ein nettes Hotel mit Dachterasse mit Meerblickt, Fruehstueck aus Obst und Ei, eine Dusche im Zimmer... wahrer Luxus! Um dem ganzen noch einen draufzusetzen, haben wir eine Dhau Tour gemacht, das heisst auf einem traditionellen Swahili Segelschiff an der Kueste entlanggesegelt. Dabei mit der Crew gefischt (mit Netz) und danach den Fang am Strand verspeisst. Die anderen Volunteers/Mzungus sind am naechsten Tag sogar noch Hummer essen gegangen, aber ich war da schon nicht mehr dabei, ich bin jemand besuchen gegangen an der Suedkueste. Da hab ich meine erste richtige warme Dusche seit 4 Monaten gehabt... in einem schwedischen Krankenhaus =) war ganz angenehm, weil mich da so ein komischer kleiner Infekt ein bisschen Flachgelegt hatte.
Soviel zu meinen touristischen Aktivitaeten - aber ich bin hier ja nicht  nur zum Spass. Heute hat mich zum Glueck eine neue Spende aus Deutschland erreicht (mein eigenes Budget wird so langsam knapp, ich will der Schule noch einen neuen Drucker geben, der hier ist gestern verre**t...). Weil hier ist wieder eine neue Schuelerin, die kein Geld hat eingetroffen. Ihre Mama hat neu geheiratet, und der neue "Papa" wollte sie nicht im Haushalt haben, weil sie "zu alt" (so um die 18) war, und deshalb wurde sie rausgeschmissen. Hat dann in der naechsten groesseren Stadt als Hausmaedchen angeschafft. Als die Arbeitgeber dann rausgefunden haben, wie sie in die Stellung gekommen ist, und dass sie die Schule noch nicht fertig hat, haben sie sie in ein Matatu gepackt und zum Bishop gefahren, dass das ja mal nicht geht. Und jetzt ist sie wieder hier, zur Zeit teilt sie sich mit einem anderen Maedchen Matraze und alles... Ich muss demnaechst mal wieder an einen Geldautomaten, der hier im Dorf tut nicht, damit ich fuer sie das Schulgeld zahlen kann.




Oh, das tollste hab ich ja fast vergessen:
Der Bishop hat uns (Jo, Meike, Elina und mich) auf eine Trip bis hinter Kitui mitgenommen, wo wir auf einen grossen Stein geklettert sind =) 50m Stahltreppenhaus, am Felsen hoch... gar nicht lustig fuer Leute wie mich mit Hoehenangst, aber die Aussicht war der Hammer!

Samstag, 26. Mai 2012

Erzaehlungen eines Bishops, Kirche und mehr

We Africans have experienced so many bad things, we can only laugh about the small problems of today.
- Bishop J Waichere

Der Bishop hat mir und Elena ein paar Geschichten aus seiner Jugend erzaehlt, die mir ein bischen ein besseres Verstaendnis fuer die Art und Weise, wie die Menschen sich hier durch ihr Leben hangeln gegeben hat.

Meine Physikklasse, Form4, beim Pendelversuch
Zum einen waren da die Geschichten, wie er im Alter von ca. 10 Jahren von seiner Mutter in die Primary School, in dem Falle ein Internat, geschickt wurde. Die Schule war in der Naehe von Maralal, das ist ca. 800km von Limuru, seiner Heimatstadt entfernt. Dort waren die Umstaende noch schlechter als in meiner Schule jetzt, zum Beispiel hatten sie fuer ungefaehr ein Trimester (4 Monate) Wassernotstand, das heist es gab nix zu trinken (auser dem bisschen Bruehe, das beim Essen dabei war) und mit duschen war auch nix - das bisschen Wasser das es gab haben sich die grossen Jungs morgens unter den Nagel gerissen, und fuer die kleinen gabs dann nix mehr. Das heist, 3 Monate ohne Waschen, und nicht nur einer von den Jungs, die gesamte untere Stufe der Schule. Weil keiner von denen irgendwie reich war, hatten alle nur ein paar Hosen. Das hat man Tag und Nacht getragen.Und einige davon waren auch noch Bettnaesser.
Der Bishop meinte, seither mag er kein Wasser mehr - trinkt wenig und schwimme schon gar nicht.
ein Masai, der ueber eine Waescheleine springt.
So ca. 1,8m hoch...
Aber das war nicht die einzige Durststrecke - einmal im Werkunterricht sollte die Schueler eine Kugel aus Holz schnitzen. Klein-Bishop hatte aber kein Messer, und eins von der Mama zu kriegen ging nicht, weil die soweit weg war. Also hat er dem Lehrer gesagt, das er keine Kugel schnitzen kann, wenn er kein Messer kriegt. Der Lehrer hat das zum Anlass genommen, ihn windelweich zu schlagen. Die anderen Lehrer haben das gesehen, und natuerlich ihrem Kollegen geholfen. Nach dieser Behandlung lag der Junge dann erst mal fuer einen Monat flach. Selbstverstaendlich hat sich in der Zeit niemand um ihn gekuemmert. Als er wieder einigermasen fit war, hat er sich nicht wieder in die Schule getraut, weil er aufgrund der langen Fehlzeit nur wieder verpruegelt worden waer. Also hat er sich fuer den Rest des Terms (so ungefaehr einen Monat) morgens um fuenfe aus der Schule geschlichen, den Tag im Wald verbracht, und ist nach Einbruch der Dunkelheit wieder zurueck in den Schlafsaal. Wenn er Glueck hatte, konnte er sich zum Mittagessen die Reste einer von den Leoparden geschlagenenen Gazelle ergattern (natuerlich roh), ansonsten musste er gucken was so rumliegt.
Verglichen dazu werden unsere Kinder mal sowas von verhaetschelt, bekommen ihr Vesperbrot nachgetragen und werden im klimatisierten Auto in die Schule gefahren. Und wenn jemand gemein ist zu dem kleinen Engel, dann werden die Eltern des anderen Kindes sofort angezeigt!
Marina auf dem Eselskarren, Meshaq als Esel 
Schueler bei ihrem Agricultur-Projekt: Nepia Gras anpflanzen
Zum Anderen hat er von anderen Erziehungsmasnahmen erzaehlt, wie zum Beispiel der Frau, deren kleiner Sohn krank wurde. Geld fuer die Matatu Fahrt ins Krankenhaus war keins da, also hat sie den kleinen auf den Ruecken genommen, und ist die 10km ins Hospital gelaufen. Der altere Sohn, 3Jahre, ist solange alleine daheim geblieben. Als sie zuerueck kam mit dem kleinen Jungen, hatte der einen Rueckfall, und sie ist die 10km nochmal hin und zurueck gelaufen. Am Abend ist sie dann erschoepft heimgekommen, nur um festzustellen, dass sich der aeltere beim Spielen den Arm gebrochen (offener Bruch, Elle und Speiche) und die Schulter ausgekugelt hatte. Was macht die gute Frau? Der Bub bekommt eine Tracht Pruegel fuer seine Unachtsamkeit, wird ohne Abendessen ins Bett gesteckt. Am naechsten Morgen hatte sie dann wieder die Kraft, mit ihm ins Krankenhaus zu gehen.
Ich weis, das sich das alles abenteuerlich anhoert, und ich weis selbst nicht wieviel davon wahr ist und glaubwuerdig. Ich kann hier nur wiedergeben was man mir erzaehlt hat. Aber ich vertraue dem Bishop voll und ganz.
Das sind jetzt nur zwei Schlaglichter von vielem, das was mich am meisten beeindruckt hat. Pruegel, Panga-Strafen, Steinewerfereien zaehlen fuer mich jetzt zu den Bagatellen.

Die Sonntagsschueler beim Singen. Der Blondschopf
im Vordergrund ist Elina, meine Mitfreiwillige.
Ok, abgesehen davon war ich letzten Sonntag in der Kirche - in des Bishops Kirche (oho, eine Genitivkonstruktion, ganz im Ernst, mein Deutsch rostet hier so langsam ein). Wenn mal die Pauluskirche ihren Gottesdienst so gestalten wuerde, dann waeren da bestimmt mehr Leute da. Es gab viel mehr lebendiges Gesinge, der Bishop hat auf der E-Gitarre gespielt, es wurde getanzt, sowohl auf der Buehne als auch im Auditorium, man ist viel gestanden und hat geklatscht. Die Chance da einzuschlafen war gleich null. Und obwohl der Bishop uns extra morgens noch ne SMS geschickt hat, wir sollen uns doch was anziehen, war die Kirche wesentlich waermer als ihre europaeischen Verwandten.

Oh, und morgen kommt endlich Besuch aus Deutschland, ich freu mich ja so auf die zwei - Meike und Johannes aus Stuttgart - mal wieder zwei altbekannte Gesichter! Habe heute extra fuer die beiden nochmal das gesamte Besuchsprogramm ueber den Haufen geschmissen, damit die auch richtig Spas haben in Kenya.

ansonsten sinds noch 45 Tage, dann bin ich wieder daheim... man man, neulich warns noch doppel so viele, die Zeit vergeht raaaaasend schnell.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Is the Rainseason over now?
Maybe...
Jakob hofft bei jedem Sonnenstrahl das der doofe Regen endlich aufhoert! -tut er aber so schnell nicht
meine tolle neue Gitarre!
Maaan, ich bin ja heute mal sowas von gar nicht in der Laune, hier was zu schreiben...  Ok, das ist jetzt wieder ein paar Tage her, und da mittlerweile auch schon Beschwerden aufgekommen sind, dass ich meine anfaengliche Schreibwut nicht durchgehalten habe, hier mal wieder ein wenig Text. Auch wenn ich lieber ins Dorf gehen wuerde oder Gitarre spielen oder oder oder... Meine letzten Posts waren ja alle mehr oder weniger depressiv - ich weis jetzt vermutlich auch warum, zusammen mit einer dicken Portion Muedigkeit gabs die schlechte Laune oder leichte Depression, je nachdem wie man das nimmt, als Beigabe fuer die Malariaprophylaxe - was erwartet man auch, wenn man 3 Monate am Stueck Pillen schluckt. Ich war die letzten der letzten Woche sowas von saumuede, zu nix zu gebrauchen. Naechstes mal krieg ich lieber Malaria, da ist man nach 2 Tagen wieder auf den Beinen!
Ansonsten war letzte Woche wieder Schulanfang, wir haben 3 (nur noch) 2 neue Mzungu Volunteers, die aber nur Teilzeit arbeiten - dazu ein einen neuen kenyanischen Lehrer, der aber noch sehr zurueckhaltend ist. Hab mit Elena grade den dadurch noetigen neuen Stundenplan gebastelt, dabei muessen wir in 3 Wochen eh nen neuen machen, weil die ganzen Volunteers da schon wieder weg sind.
vlnr: Mzungu, Maasai, Kikuyu, alle mit ihren Stammes-
typischen Taenzen
Auf dem Maasai Market vom Regen ueberrascht, an einen
Teestand gefluechtet (das ist Marina aus Japan)
Meine Tage sind auch gezaehlt, 54 ab heute, und davon werd ich leider nicht ganz so viele in der Schule verbringen - so richtig leid tut mir das aber nicht, das zurueckkehren in die Schule am Montag letzte Woche war schon hart. (Die Einstellung hat sich auch schon wieder leicht geaendert, man muss hier sehr flexibel sein. Nur die Rueckkehr aus den Ferien in die Schule war hart, mittlerweile hab ich wieder richtig Lust hier zu sein) Der Laden hier ist sowas von unorganisert, chaotisch und einfach viel zu arm! Ich hab neulich mit einem kenyanischen Lehrer im Ruhestand gesprochen, und ihm die Zustaende hier beschrieben (30 Schueler auf 20 sqm, die kleinen Tische, die schlechte Tafel, keine Buecher und keine echten Lehrer) - da ist dem auch das Graussen gekommen. Aber er hat mir ein paar tolle Ideen fuer den Unterricht gegeben, die muss ich jetzt naechste Woche mal versuchen umzusetzen. Ein weiteres Problem ist hier auch, dass die letzte Trockenzeit sehr lange war, und deshalb jetzt der Mais zur Neige geht. Ein Sack Mais kostet mittlerweile KSH 4400, als ich damals Mais kaufen war warens noch 3100. Und sie werden weiter steigen, vermutlich die 6000 knacken. Fuer die Schule ist das Hart, Mais ist hier das Hauptnahrungsmittel, und ein Sack reicht fuer ne Knappe Woche. Der Bishop geht morgen nen Kredit aushandeln, lieber jetzt viel Mais kaufen als spaeter den richtig teuren... das ist zumindest die Idee dahinter. Und der Mzungu mit dem Geld gibt das auch nicht fuer Essen aus, sondern fuer Spielsachen... Ok, Spielsachen fuer Erwachsene, bzw Ingenieure. Ich war am Montag mit dem Bishop in Nairobi und hab den Rest der mir anvertrauten Spendengelder in die neue Physiklaboraustattung investiert - so nette Sachen wie ein Gold Leaf Electroscope, Spring Balances, Measuring Cylinder... war lustig das alles auf Englisch zu kaufen, da muss man gleich nochmal Physik lernen. Die Ampere- und Voltmeter hab ich gestern auch mal getestet, sind ziemlich mau...
Regen in der Schule - Unterrichten unmoeglich, wegen
den Blechdaechern
Heute hats mal wieder richtig geregnet, war unheimlich spassig, die Schueler sind draussen rumgerannt und haben Wasser gesammelt, um dann nach dem Regen ihre Kleider zu waschen. Wasser ist kostbar! Aber zur (Regen-) Zeit gibts ja genug, und deshalb ist auch alles hier herum gruen! Letzte Woche haben Elina und ich beim Bishop uebernachtet, und danach einen Ausflug in die Teefelder gemacht, wun-der-schoen! teilweise sahs aus wie Europa, hab mich richtig heimisch gefuehlt.
Koennte auch irgendwo hinter Nattheim sein, oder?
Bald kommt hier ja Besuch aus dem deutschen Lande vorbei, ich freu mich so mich mal wieder mit Ingenieuren ueber die richtigen Probleme hier zu unterhalten, zum Beispiel warum haben die Matatus in Nairobi ne andere Luftansauganlage als in Mombasa? (ich glaub ich weis es, aber kommt mal her, dann gucken wir uns das zusammen an!)
Abgesehen das hier ein reges kommen und gehen der Lehrer statt findet, hab ich mich echt gut eingelebt, obwohl mir die Fortschritte der zivilisation schon fehlen - so ne Waschmaschine ist was tolles, und ne warme Dusche hin und wieder... naja, noch 54 Tage, dann gibts das wieder. Dafuer keine Chapati fuer 20cent, frische Mangos zum Fruehstueck, Matatus mit guter Musik und Bass, dass dir die Hosenbeine schlackern, Kinder, die sich freuen wenn du ihnen nur zuwinkst, und ach, so viel mehr...
Abgesoffen! Der Regen verwandelt die Strassen in ein
matschiges Chaos
Ich hab euch auch ganz viele neue Bilder (fast alle gruen!) in mein google+ Album hochgeladen, unafurahya! (kiswahili: geniese es!)

Samstag, 12. Mai 2012

Ok, nur ein kurzer Statusbericht, vielleicht heute mittag mehr:
es geht mir gut, ich bin grad nur tierisch gestresst, weil ich mich heute mit so vielen Leuten treffen wollte, und mein Handy zum 2. mal gestohlen wurde... nachdem ich es 8 Stunden besessen hab. Des weiteren macht mein Laptop zicken, und ich hab eigentlich noch ne kenya Tour fuer meine besucher vorzubereiten...
von wegen "there is no hurry in africa"
bis spaeter!
alle die auf Nachricht von mir warten, ich guck das ich euch heute mittag mal anruf...

Dienstag, 1. Mai 2012

- Our new host family is awesome! They have the best kenyan house i have seen so far!
- like european standard?
- no, of course not...
Elena, nachdem sie aus dem Hostel ausgezogen ist
Also, nachdem im letzten Post meine schlechte Laune schier uebermaechtig zum Ausdruck kam, hier mal wieder ein bisschen Sonnenschein - obwohl ihr in Deutschland davon zur Zeit mehr habt als ich hier. Weil aufgrund der Regenzeit ists hier immer puenktlich nachmittags gegen 4e nass. Es regnet in Stroemen, und die Strassen verwandeln sich in Fluesse, alles wird kalt und matschig und Baeh. Und hier im Hostel ist nicht mal das Dach dicht... aber wir ziehen eh gleich aus. Ich bin gerade wieder in Nairobi, im Hostel dass CIVS gehoert, das quasi unsere Basis darstellt - wenn man irgendwoher kommt, kehrt man erst mal ins Hostel zurueck. Aber irgendwie wird das jetzt neu vermietet, und wir warten auf ein Taxi das uns zum neuen Hostel bringt... warten schon seit Stunden...
Nachdem ich letzte Woche so schoen schlecht drauf war, bin ich nach Kima gefahren, und hab nochmal die Claudia aus Oesterreich besucht, weil die heute dann heim geflogen ist. Sie hat mir ihre Gitarre vermacht, das ist jetzt eine Freiwilligen Wander Gitarre, die ich dann weiter vererben muss. Schade eigentlich, ist ein schoenes Ding, Stahlsaiten und fetter Klang. Aber ich hab ja eine daheim. Mit der Gitarre bin ich dann am Freitag Abend wieder nach Nairobi gefahren, ich Sparfuchs hab mir dafuer den billigsten Bus genommen, und zur Strafe wars Saukalt (obwohl ich den besten Platz ganz vorne hatte) und ich musste nachts um 3e auf offener Strecke den Bus wechseln, Reifenpanne... von dem ganzen Rumgereise hab ich mich immer noch nicht erholt, bin immer noch muede.
Mzungu beim rumposen... 
Warum ich so schnell wieder aus Western Kenya abgereist bin? Am Samstag Abend hab ich fuer Slum Sana ein  Feuershow gespielt, leider schon um halb6e, wo es noch hell war. Aber es waren trotzdem alle begeistert, und waehrend meiner Show hat es dann zu regnen angefangen, und dann haben wir Freiwilligen mit den ganzen anderen im Regen getanzt =) ich muss unbedingt schauen, dass ich davon Fotos kriege! Hat unheimlich viel Spas gemacht, nur waren wir halt danach Klatsch nass und verfroren, und haben dann einen Video Abend im Hostel gemacht anstatt auf die AfterShowParty zu gehen.
So fings an... 
Dann war ich letzte Woche noch in einem Slum, und habe die Siebdruckwerkstatt von Paulas Mitbewohner besucht, der da inmitten des Slums wunderschoene T Shirts druckt. Aber so ein Slum ist schon eine eindrucksvolle Sache - lauter Wellblechhuettchen, dazwischen schlammige Wege, auf denen zerlumpte Kinder und Hunde spielen. Eigentlich genau so wie man sich das vorstellt. Mir kam da ein Vergleich auf:
was ist der Unterschied zwischen einem Slum in Nairobi und einer deutschen Huehnerfarm? - in der Huehnerfarm gibt es genug zu fressen....
Danach noch ein SOS Kinderdorf besichtigt, das macht einen wesentlich besseren Eindruck als ich erwartet haette. Immer 10 Kinder in einem Haus, eine Mama die die ganze Zeit da ist, und alles sauber und orgentlich. Die Haeuser sind fast europaischer Standard, sehr schoen. Also ich wenn ihr irgendner Organisation spenden wollt, die machen da ne gute Sache. Obwohl da sicher auch 2/3 der Spenden an einem riesen Buerokratieaparat haengen bleiben...
ich muss jetzt meinen Laptop in den Rucksack tun, gleich kommt das Taxi, und morgen gehts wieder an die Kueste! dem Regen entfliehen...

=)
geniest eueren warmen Fruehling!

Donnerstag, 26. April 2012

Verdruss

So, mal wieder ein schoener schlechte Laune Post - irgendwie hat mich gerade ein bisschen die Motivation verlassen. Anstelle im schoenen Shinyalu im Lichte eines wunderschoenen Sonnenaufgangs zu fruehstuecken, wuerd ich jetzt lieber im Fluegel in der Kueche hinter Doppelglas den Nebel beobachten oder in der Rotebuehlstrasse die gute alte schwarze Kaffee Maschine bedienen...
In Nairobie hat jetzt so richtig die Regenzeit angefangen, und ich war gestern unterwegs um den RAM Riegel abzuholen, den die bei der "Reparatur" meines Laptops vergessen haben, wieder einzubauen... Weil es wie aus Kuebeln geregnet hat, ist mein Matatu nicht bis ans Ziel gefahren, das heist ich musste 20min durch den Platzregen laufen - Haertetest fuer die Ausruestung. Die VauDe Regenjacke hats nicht gepackt, hat komplett durchgeschlagen, aber dafuer haben meine neuen Gummistiefel eine 1A Leistung abgeliefert. Und das Regencape meines Deuter Rucksacks hat erstaunlicherweise auch dicht gehalten... Ich hatte natuerlich den grossen Rucksack dabei, weil ich danach mit Thorben wieder gen Westen gefahren bin. da sitz ich jetzt mit schmerzender Rueckseite, 10h im Bus gehockt, viel zu wenig Platz, und meine Armlehne bestand aus einem nackten 14er Vierkantrohr. Dazu hat der Fahrer noch die Strecke ueber Kisumu genommen, das ist die mit mehr Schlagloechern als sonst was... aua.
Ansonsten lag ich letztes Wochenende mit ner Erkaeltung flach, das ganze unter nem tropfenden Dach, hab den Transfer vom ozeanischen ins staedtische Klima nicht gepackt... war am Dienstag dafuer im Krankenhaus, war nicht notwendig, aber ich wollte ein paar Tabletten damit das schnell wieder weg geht - das Hospital wo ich war war echt nett, kam schnell dran (Mzungu Bonus) und wurde einigermasen kompetent untersucht (hab 2kg abgenommen hier!). Nur die Verschreibungsliste war uncool - Antibiotika, Antihystaminika, Hustensirup und Schmerzmittel - bei ner kleinen Erkaeltung!! die Antibiotika nehm ich aber mal.
So, ich geh jetzt mal duschen, und meine nassen und dreckigen Sachen waschen... machts gut in euren beiheizten, trockenen und schoenen Haeusern!

Freitag, 20. April 2012

Mombasa

Don't you get tired of living here?
- no, you just get used to it... but it's still great every day
Der Chef vom Africa Beach Hostel ueber das Leben im Paradies.

Tiwi-Beach, Paula und Thorben 
Ihr kennt sie bestimmt alle - die Straende aus den Reiseveranstalter Prospekten, weisser Strand, gruene Palmen, auf dem blauen Meer ein paar weisse Schaumkroenchen und darueber an einem makellos blauen Himmel eine gleisende Sonne. Dazu ein paar einfache, strohgedeckte Huetten, und davor auf einem mit rosa Blumen in einer grossen Muschel dekorierten Tisch ein ein Holzteller mit frischem Fisch in Kokos-Erdnusssose.
Sowas halt, wo man sich denkt, da komm ich nie hin, es sei denn ich gewinne im Lotto - nur das ich da war.
Aber erst mal der Reihe nach, es ist so viel passiert in letzter Zeit, da muss das African Beach Hostel noch kurz warten.
Am Dienstag letzte Woche hat die Schule zugemacht  fuer die Endtermferien, das heisst ich hab jetzt bis Anfang Mai frei. Ich bin gleich nach Schulschluss mit meinem Rucksack ins Matatu, weil ich in Western Kenya ein paar Freunde besuchen wollte. Die Reise dahin war eher doof, ich hab im Matatu meinen Geldbeutel verloren (oder er ist mir verloren worden, ich will mal nur niemand beschuldigen. Warn aber "nur" 1200 Shilling drin...), die Conductor haben mir viel zu viel Geld fuer die Fahrten abgezogen, ich bin nachts um 12e in Kisumu gestrandet, meine Matatus haben im Schnitt 2,5h gebraucht, bis sie mal losgefahren sind (ein leeres Matatu faehrt nicht los), und auf meinem Matatu Dach wurde Fisch transportiert - lecker...
Sturmfront im Anmarsch...
Zugfahren in Kenya, dritte Klasse, ein Abenteuer fuer sich
 Aber irgendwann war ich dann in Kima, meiner frueheren Wirkstaette (da wo ich am Anfang Computer Kurse gegeben hab) und hab mich da mit den Leuten getroffen, die das leiten. Das Kipepeo Comunity Empowerment Project ist mittlerweile in neue, groessere und lichtere Raeume umgezogen, und hat vor weiterhin PC Kurse zu geben - wozu sie meine Unterlagen wollen, weil ich das so gut gemacht hab. Das Problem ist nur, dass ich alles aus dem Kopf gemacht hab. Naja, jetzt hab ich ja Ferien, jetzt kann ich das aufschreiben... Hab mich dann noch mit ner anderen Freiwilligen getroffen und an einem der schoensten Orte dieser Erde ein lauwarmes Tusker getrunken. Wenn ich mal reich bin, kauf ich die Stone Mountain Bar in Kima und verbringe meinen Lebensabend damit, Sonnenuntergaenge anzugucken. Dann hab ich den Thorben besucht (der hatte Geburtstag), und durfte dazu durch den eindrucksvollsten Sturm meines Lebens fahren - vor allem, weil anfangs weit und breit kein Matatu zu sehen war, und die pechschwarze Sturmfront hinter mir aufgerueckt ist und im sekundentakt Blitze ausgespuckt hat. Gluecklicherweisse hat mich dann ein Privatmann mitgenommen, auch per Anhalter fahren funktioniert also in Kenya. 5 Minuten spaeter hat man nichts mehr gesehen, alles war schwarz und auf der Windschutzscheibe lagen Eimerweise Wasser. Aber irgendwie hat der Kerl es trotzdem geschafft das Auto ueber die Schlaglochgespickte, geflutete Strasse zu bugsieren und mich am Matatu Stand abzusetzen.
Segelschiff! Leider keine Delfine unterwegs,
dafuer warn wir noch schnorcheln
Mit dem Thorben zusammen bin ich dann am Donnerstag nach Nairobie gefahren, und am Samstag in den "Village Market" in Nairobi gegangen - KULTURSCHOCK! Das war mal ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es werden wird, nach Deutschland zurueck zu kommen. Der Village Market ist ein Einkaufszentrum in Westlands, dem reichen Teil von Nairobi. Das heist, das erst mal die Haelfte der Leute dort weiss war - allein das war schon komisch. Ansonsten war es eigentlich nur ein grosses Einkaufszentrum, mit Applestore und Dior Filiale - aber das ist halt ein Riesenkontrast zu dem was ich hier sonst so zu sehen bekomm. Vor allem die viele verschiedenen (sauberen) Gerueche warn toll =) Um der ganzen Sache dann die Krone aufzusetzen, hab ich mir dann noch eine "Thuringer Bratwurst with Sauerkraut and mashed potatoes" gegoennt.
Eigentlich wollten wir dann mit dem Zug an die Kueste fahren, ham den aber verpasst, und stattdessen einen Reisebus genommen. Nach 8 Stunden tut einem da ganz schoen der Hintern weh...
Ueber die paradiesischen Zustaende an der Kueste hab ich mich ja schon ausgelassen... schaut euch die Bilder an und entscheidet selbst... Wer mich besuchen kommt, den nehm ich mindestens fuer 2 Tage nach Mtwapa mit, und wenn wir genug Leute sind, kenn ich jetzt auch jemand wo man fuer 50Euro am Tag ein Haus mit Kueche und Pool fuer bis zu 8 Leute mieten kann... mit Blick auf die Lagune.
An der Kueste dann ein bisschen rumgereist, frischen Fisch am Lagerfeuer am Strand gegessen, mit dem Segelboot durch den indischen Ozean, durch Mangrovenwaelder spazieren gegangen, was man halt so macht im Urlaub.
Die Rueckfahrt nach Nairobie haben wir dann im Zug hinter uns gebracht - das is ja schonmal ein Abenteuer fuer sich. Wir sparsamen Freiwilligen sind dritte Klasse gefahren, wenn wir Geld haetten waeren wir in einer Stunde geflogen statt 15h im Zug zu hocken. Und im Flieger fliegt auch niemand mit, der 20 Huehner transportiert, zu je 5 gebuendelt, und verteilt sie unter den Baenken... Heute Abend gibts noch frische Ziege, der Besitzer von der Bar wo wir manchmal Billiard spielen gehen schlachtet eine fuer uns.

Achja, wenn jemand von euch ein paar gute Ideen fuer einfache Physik experimente hat, die ich auch mit geringem Budget umsetzen kann, dann lasst mir das zukommen - Ferien sind auch bald rum, und dann muss ich wieder irgendwie versuchen, die Jugend vom Lande fuer Newtons Lehre zu begeistern...



Sonntag, 8. April 2012

Frohe Ostern!

Do you really say Happy Ester in Kenya?
- don't know...

So, Heute geht mein wohl bisher spannendstes Wochenende in Kenya zu Ende. Daraus folgt, das ich um 7e abends schon hundemuede bin, und am liebsten gleich in mein Bettchen fallen wuerde - beziehungsweise auf meinen Boden, in meinem Bett schlaeft ja grade eine Finnin.
Ich bin seit einer halben Stunde wieder in Mai Mahiu, und sitze gerade mit Stirnlampe (keine Gluehbirne in Reichweite...) im Lehrerzimmer und sollte eigentlich Mathe und Physik Klausuren korrigieren, aber mir fehlt die Motivation dazu. Morgen ist auch noch ein Tag. -naja, wenigstens Physik Klasse 2 will ich heute noch schaffen. Hab ich das schon erklaert, was Klasse 2 ist? Hier mal ein kurzer Abriss ueber das Kenyanische Schulsystem:
Zimmerueberbelegung in Mai Mahiu
Mit ca. 3 oder 4 Jahren kommen die Kinder in den sogenannten "Kindergarten", wo sie schon erste formale Bildung erhalten - keine Sandkastenspiele wie bei uns. Mit 6 kommen sie dann in die Primary School, das ist dann Class1-8. Die Primary ist umsonst und verpflichtend. Danach kommen, fuer alle die sichs leisten koennen, 4 Jahre Secondary. Es gibt keine Unterscheidung in Haupt-/Real- und Gymnasium wie bei uns. Am Ende der 4 Jahre steht das Kenyan Certificate of Secondary Education, kurz KCSE, eine Landesweit einheitliche Abschlusspruefung. Die ist immer ein Riesending, als die letzte korrigiert wurde, stand das 2 Tage lang in der Zeitung. Da gibts dann Schummelskandale, die Staemme untereinander trumpfen auf, wer die beste Schule hatte, und so weiter.
Am Ende des Ersten Terms des letzten Schuljahers (ein Schuljahr hat 3 Terme), also jetzt, steht das sogenannte PreMock an, das ist eine Schein-KCSE Klausur. Ich hab euch hier (Mathe Paper 1) mal eine hochgeladen, hab ich gebastelt =)
Nach dem Regen war die Strasse weg

Mama und Baby Pavian
Aber nach den ganzen Infos, die ihr euch auch bei Wikipedia haettet holen koennen, jetzt zu meinem spannenden Wochenende!
Da Ostern war, waren die Schueler ab Donnerstag in Limuru, das ist die Gemeinde des Bishops. Elina und ich sind dann nach Nairobi abgehauen, um das Grossstadtleben zu geniessen. Am Donnerstag hat die Lena ihren Abschied und die Elena (die aus Italien, nicht meine) ihren Geburtstag gefeiert. Dazu waren wir in Buru buru beim Hostel ums Eck in ner netten Lounge, ein Bierchen getrunken und ein bisschen getanzt, und auf dem Rueckweg hat uns dann der Manager von einer anderen Bar noch auf ein Bier eingeladen, und dann haben wir mit dem noch bis um 4e Billard gespielt, um dann erst nicht ins Bett zu kommen - erste Schlaflose
Bueffelherde und Fahrradfahrer

 Nacht! Weil im Hostel kann man nicht so wirklich ausschlafen, es gibt keine Rolllaeden (hab ich in ganz Kenya noch nicht gesehen....). Am Freitag Mittag bin ich dann mit Cici (Italienenerin), Pauline (Franzoesin), Yannik (Hollaender),Max, Leonie und Andi (Deutsche) Richtung Mai Mahiu aufgebrochen. Vorher haben wir uns noch im Cafe Deli in der Innenstadt von Nairobi einen leckeren Kaffee gegoennt, einer der wenigen Plaetze wo es sowas gibt. Als wir das Lokal dann verlassen wollten, hat dummerweise Yanniks Rucksack gefehlt - ...geklaut worden, waehrend wir daneben sasen und gegessen/getrunken haben. Unglaublich. War gluecklicherweise nur der kleine Rucksack, in dem Kamera, Reisepass, Kreditkarte, Versicherungskarte, ... drin war. Da war die Stimmung natuerlich erst mal im Eimer. Und bis wir das dann auf der Polizeiwache gemeldet haben wars auch dunkel. Aber netterweise haben uns die kenyanischen Polizisten dann eine Eskorte zur Matatu Station gegeben, und es gab noch genau 7 Plaetze nach Mai Mahiu! Perfekt!
Jakob beim Fishers Needle hochklettern

Nach der einstuendigen Fahrt durch die schwarze Nacht ham wir uns dann in meinem Zimmer breit gemacht, und das Dorf in Aufregung versetzt - so viele Muzungus auf einmal haben die noch nie gesehen!
Am Samstag gings dann von MM aus nach Naivasha, wo wir uns im Hells Gate eine Safari gegoennt haben - aber die Studentenversion, mit dem Fahrrad. Das hat den riesenvorteil, dass man nicht an die Strassen gebunden ist, und wenn man in der Ferne ein Warzenschwein oder eine Zebraherde sieht, dann biegt man einfach schnell links ab in die Pampa und schaut sich das aus der Naehe an. Und ich sag euch, es gibt nur wenige Dinge die einem gleichzeitig so unwirklich und doch hautnah vorkommen wie eine Zebraherde zum Wettrennen herauszufordern - 20meter neben dir donnern die wunderschoenen schwarz weissen Pferde ueber die Steppe, und du guckst das dein Vorderrad auf dem schmalen Wildwechsel bleibt und du die Geschwindigkeit haeltst.
Und es fing an zu regnen... im Hintergrund  Zebras!

Bei solchen Erlebnissen war es dann auch nicht ganz so schlimm, dass wir von Regen sowas von eingeweicht wurden und bis auf die Unterhose komplett nass waren. Aber ein Erdnussbutter-Margarine-Toast mit Bananen Mittagessen spaeter gings allen wieder gut. Und wenn die Gesellschaft beim Mittagessen aus Pavianen besteht, dann ist das sauwetter ganz schnell vergessen.
An Tieren haben wir gesehen: Warzenschweine, Zebras, Thompson-Gazellen, Antilopen, Waterbucks und Bueffel. Und ein paar von uns haben sogar eine Giraffe gesehen - die Schweine! Wir haben uns zum Schluss aufgeteilt, weil ein Teil nicht mehr Fahrrad fahren wollte/konnte, ist der Rest vor um das Gepaeck zu holen. Zum Dank haben sie Stundenlang in nicht-fahrenden Matatus gehockt (weil auf der Strasse eine Polizeisperre war, hat sich kein Fahrer getraut loszufahren...) und die Giraffe verpasst. Zum Gruen und Blau aergern... Aber ich bin ja noch ne Weile hier. Irgendwo wird noch ne Giraffe herkommen.

Pumba!

Den Ostergottesdienst hab ich leider verpasst, aber dafuer Schokoeier mit meiner finnischien Freiwilligen gegessen - Meine Mama hat mir die zusammen mit meinem Klettergurt zukommen lassen. Jetzt steht dem Mt Kenya nix mehr im Wege! Achja, Uebrigens heist das Land nach dem Berg und nicht umgekehrt....

Vorsicht vor den Pavianen!

Ich leg mich jetzt hin, nach 2 Naechten in denen ich das Bett mit 2 anderen Menschen teilen musste freu ich mich schon auf meine Iso am Boden. Korrekturen muessen bis morgen warten, Ostermontag ist hier auch ein Feiertag.
Achja, eine Auswahl an Bildern aus dem Hell's Gate:
Hells Gate

Mittwoch, 4. April 2012

Matumbo!

There is enough money in Kenya!
- ein Kenyaner

So, damit ihr nach all dem harten Nachdenkzeug auch mal wieder was nettes habt, hier ein paar Bilder und ein kleines Status update.
Das ist Glorious... normalerweise ist sie nicht so genervt ^^
Aber Meshaq hatte die Kamera, und hat 1000 Bilder von
dern Schuelern gemacht...
Ich habe seit Montag neue Gesellschaft, Elina aus Finnland ist jetzt auch hier an der Schule als Freiwillige. Das heist das ich jetzt auf dem Boden schlafe... Weil das Zimmer hat halt nur ein Bett, und ich bin wie immer ein Gentlemen. Aber ich hab 2 Isos, nen Schlafsack und n Moskitonetz, was will man mehr. Ansonsten ist hier grade saumaesig viel Stress, weil wir Endterm (ein Schuljahr hat 3 terms) Exams haben, das heist ich muss Pruefungen aufsetzten und korrigieren - da kommt wieder der gute alte Frust auf, wenn in Mathe ein Schnitt von unter 30% rauskommt. Dumme Kinder. Aber das liegt auch daran, dass hier an der Schule nur die armen sind, die nicht clever genug waren, an ner anderen Schule ein Stipendium zu kriegen, und man muss ihnen auch zugute rechnen, dass es schwer ist mit staendig wechselnden Lehrern, von denen keiner ausgebildet ist (Alle Lehrer hier sind Frewillige) und ohne Buecher oder Ausruestung anstaendig zu lernen. Trotzdem gibts den ein oder anderen Lichtblick, Glorious aus der zweiten zum Beispiel, so ein helles Maedel, unglaublich. wenn die irgendwie gefoerdert wird, dann wird aus der was. Vielleicht Kenyas erste weibliche Praesidentin?
Am Wochenende ist ja Ostern, an dieser Stelle danke an meine liebende Mutter, die mir zusammen mit meinem Klettergurt ein kleines Osterpaket geschickt hat (Schokolade!). An Ostern geht die ganze Schule zum Bishop, um da einen Marathongottesdienst zu feiern. Ohne mich, ihr kennt meine Einstellung zu der Sache. Trotzdem will ich am Sonntag auch mal dahin gucken, mich interessiert wie der Bishop predigt. Vorher gehts aber nach Hells Gate, das ist ein Nationalpark hier ums Eck, da fahrn wir mit dem Fahrrad an Giraffen und so vorbei. Wird bestimmt super! Nebenher organisier ich noch meine Osterferien, ich kann vielleicht naechste Woche mit an den Lake Turkana fahren, und danach gehts nach Mombasa. Ihr seht also, viel viel Stress, also entschuldigt wenn das hier wieder nur kurz ist. Vielleicht am Wochenende mehr.
Start der 4x100m Herren Staffel... ich hab den Start versaut
und das Lehrerteam hat verloren....

Finale des Herren Walking

Am Mittwoch letzte Woche war hier Sporttag, sind wir auf dem Platz vor der Schule rumgefetzt, und ich hab versucht den Kenyanern davon zu laufen... war spassig, vor allem als ein paar Jungs kein Bock hatten und der Bishop dann mit dem Cane hinterhergerannt ist... (spasseshalber, versteht sich).
Zum Thema Essen gibts hier auch noch was neues, Matumbo, (tumbo heisst Bauch, matumbo ist der plural). Gedaerme gekocht, wenn n guter Tag ist gibts n paar davon im Kohl zum Abendessen. Man kann sich aber auch nen ganzen Teller davon im Restaurant bestellen - echt lecker. Ehrlich! -und weil meine neue Freiwillige Vegetariern ist, gabs gestern auch noch mehr fuer mich!
Matumbo, Cabbage und Ugali. Ich denke mal das dunkle sind
Darmzotten, und links liegt ein Stueck Duenndarm.
Ja, ich hab das gegessen.


Achja, danke nochmal an alle die mir Ihre Meinung zum Thema Spenden haben zukommen lassen, freut mich sehr!
Es gibt auch ein neues Album, Vegetation, fuer alle Pflanzenbiologen. Und die anderen Alben werden natuerlich von Zeit zu Zeit upgedatet. Ich bemueh mich dann immer in G+ ne Meldung rumzushcicken.

Samstag, 31. März 2012

Jonglieren!

Und damit ihr auch ein paar Bilder bekommt, guckt mal was ich im Internet gefunden hab:

Passt sehr gut, weil ich grade mit den 5 Baellen echt Schwierigkeiten habe ueber die 10 Catches rauszukommen, und mit den Keulen laeufts auch nicht so wirklich....

Spenden - die Aufloesung

Parental Advisory recomended.
Dieser Text enthaellt eine ungeschoente, persoenliche Meinung, und ist deshalb mit Vorsicht zu geniessen. Es wimmelt nur so von Pauschalisierungen, Generalisierungen, seichtem Rassismus, usw. Ich bitte das zu entschuldigen, wenn ich in irgendwelchen Punkten irgendwen verletzt habe, lasst es mich wissen, wenn ihr mein Profil rechts anklickt, kann man mir darueber jetzt auch emails schicken.


So, nun mal meine Entscheidung.
Vorab moechte ich mich aber bei allen bedanken, die sich ein wenig Zeit und Muehe genommen haben, und mich an ihren Gedankengaengen zum Thema "Spenden in die Dritte Welt" teilhaben lassen. Ich kann die meisten eurer Argumente sehr gut nachvollziehen, auch wenn viele von euch im Endeffekt verschiedene Positionen haben. Es ist halt ein sehr sehr kontroverses Thema. Auch Danke fuer alle anderen netten Emails und FB Nachrichten und das ihr mich nicht vergessen habt... Ich haette nur erwartet, dass ein paar mehr Leute abstimmen, 12 Stimmen bei bis zu 30 Seitenaufrufen taeglich ist ne schlechte Quote!

Um ehrlich zu sein, ich bin hier gerade dabei einen faulen Kompromiss einzugehen. Ich mache naemlich in grossen Teilen genau das Gegenteil von dem, was ihr mir geraten habt und was ich selber denke. Wie ich neulich geschrieben habe, hat der Bishop mich ja um Geld gebeten, um fuer das kleine Maedchen, das jetzt Vollwaise ist, die Schulgebuehren zu bezahlen. Um nochmal die Konditionen klar zu machen: auch ohne eine Spende meinerseits waere das Maedchen nicht von der Schule geflogen. Es gibt andere Faelle hier, wo Schueler wegen fehlender Schulgebuehren heimgehen muessen, aber die haben dann Eltern mit Geld, und es ist nur eine Organisationsgeschichte bzw. die raffens einfach nicht zu zahlen. Meine Spende waere nur vonnoeten, um dem Bishop zu helfen, weil er ansonsten die gesamte finanzielle Last selber traegt (hat er mir zumindest so dargestellt) beziehungsweise eine Kostenumverteilung machen muss, wenn er fuer das Maedel keine Schulgebuehren bekommt. Also, ich hab ihm das Geld gegeben. 130Euro. Und gestern nochmal 15. Und Bananen im Wert von 3,50 (hat fuer alle Schueler gereicht =) )
Warum?
Zuerst mal hat erst nicht in bar bekommen, er ist mit mir auf den Markt gefahren und wir haben von dem Geld Mais gekauft (4 Saecke Mais mit so ca. 90kg). Das war mir lieber, weil ich dadurch direkt gesehen habe wo das Geld hinfliesst. Die 15 Euro waren fuer Druckerpapier, weil wir grade Endterm Examen haben, und da das Drucker Papier rausfliesst wie Wasser. Das Geld, das ich der Schule gegeben habe, ist aber auch nicht mein Geld. Das hat mir ein(e) freundlich(e) Spender(in) aus meinem Verwandten/Bekannten Kreis zukommen lassen. (Ich weis nicht, ob es Ok waere, wenn ich deinen Namen nenne, wenn du willst, kannst du dich in den Kommentaren outen, oder schreib mir ne Mail, dann aender ich den oberen Absatz). Ich hab das Geld auch unter dem Vorbehalt gegeben, dass die Schuelerin nicht erfahren, woher es kommt. Warum erklaer ich spaeter. Das kleine Maedel weis jetzt aber, dass es sich keine Sorgen mehr machen muss (um der Sache noch eine emotionale Komponente hinzuzufuegen, sie hat sehr darunter gelitten, dass sie evtl die Schule verlassen muss, und kam des oefteren heulend zum Bishop). Sie weis halt nicht das es weisses Geld war - zumindest hat der Bishop mir das so zugesichert. Ich hab doch kein Plan was da hintenrum alles laeuft und geredet wird, ich versteh ja noch nicht mal halbwegs Kiswahili, und schon gar kein Kikuyu...
Was denke ich jetzt ueber die Spendengeschichte?
So und so. Ich denke generell, dass es falsch ist, irgendwem in einem dritte Welt Land Geld zu geben. Selbstverstaendlich gibts da Ausnahmen. Ich habe die Spende trotzdem gemacht, weil das hier vielleicht eine Ausnahme ist, und das Geld nicht von mir kommt, sondern ich in dem Fall nur (wenn auch sehr aktives) Vermittlungsglied bin.
Warum den armen Negerlein kein Geld geben?
Genau deshalb - weil es keine armen Negerlein sind. Es sind finanziell minderbemittelte, stark pigmentierte Mit-Erdenbuerger. Nein, Spass beiseite, Gegenfrage: warum sollten wir denen Geld geben? Ham die sich das irgendwie verdient? Ja, verdient. Weil das ist eines meiner Prinzipien: Wenn du nix leistest, bekommst du auch nix. und leider, leider leisten hier auch viel nix. Nicht alle, das ist keine Pauschalisierung, aber hier haengen so viele Leute den ganzen Tag nur auf der Strasse rum und schlagen die Zeit tot. Es ist beileibe nicht der einzige Grund, aber wenn die sich mal alle selber raffen und aufstehen und was schaffen, dann koennen die ihr BIP von 800 irgendwas Dollar pro Nase auch mal in die Naehe von unseren 40.000 bringen. So, die Stammtischargumente sind weg, jetzt werden wir ernst. Das oben ist aber keine reine Polemik, sondern nur etwas ungeschickt ausgedrueckt, und spiegelt meine Meinung wider. Des weiteren ist hier genug Geld. Als ich gestern nach Nairobi gefahren bin, hat mein Matatu so viele Mercedes und Landrover und andere SUVs ueberholt (bzw ist ueberholt worden...), das kommt fast an Stuttgart ran (ok, lang nicht so viele Porsche, aber es gibt genug Leute mit Geld fuer n RAV4...). Das Problem ist nur, dass die die das Geld haben, es nur (wirklich nur) fuer sich selbst ausgeben. Sowas wie Kenianer spenden fuer Kenia? Pustekuchen. Ein MP (Member of Parliament) verdient hier 1Mio Shilling im Monat. Das ist edit: fast mehr als ein MdB (Mitglied des Bundestags). In Kisumu stehen Haeuser, die muessten sich in Beverley Hills nicht verstecken. Und da wohnen keine reichen Weissen drin, nein, das sind Kenyaner. Sollen die sich mal selber solidarisieren.
Meine naechste Frage ist, was passiert mit dem Geld das gegeben wurde? Zum einen ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich weiss, viele Tropfen fuellen auch ein Fass, aber so viel kriegt ihr und ich nicht zusammen, dass da jedes Kind satt wird. Was viel schlimmer ist, das jetzt satte Kind lernt so, dass es nur ein bisschen die grossen Aeuglein aufreissen muss, und schon kommt der weisse Mann und gibt Geld. Also sind wir wieder beim obigen Argument, alles faule Saecke. Zumindest werden sie meiner Ansicht nach durch Spenden aus der Ersten Welt dazu erzogen. Von den ganzen anderen oekonomischen Folgeschaeden wollen wir hier mal nicht reden, die meisten treten eh nur auf wenn man die Gelder falsch verteilt.
Da waeren wir dann bei dem wichtigsten Punkt, wenn man dann doch spendet. Wohin mit dem Geld? Mittlerweile klar ist, dass man keiner Regierung oder staatlichen Organisation was gibt, weil das versumpft eh nur.Auch bei NGOs muss man gucken, siehe UNICEF vor 1 oder 2 Jahren. Dann kommt da die (Binsen-) Weisheit: Hilfe zur Selbsthilfe. Super Sache. Und wie mach ich dass? Ich persoenlich habe da noch keinen funktionierenden Ansatz gefunden. Klar kann man Schulen bauen, Ingenieure in Wind- und Solar- (und natuerlich auch Kern-) fortbilden, usw. Und was passiert mit den hochqualifizierten, motivierten Leuten dann? Sie wandern aus in die EU oder USA. Oder nach China, hauptsache weg von dem Elend daheim. Was passiert mit der Schule? Die lassen sie verrotten und klauen dir noch die Fensterlaeden. Ich weis, es gibt noch andere Hilfe zur Selbsthilfeprogramme, aber ein Beispiel muss euch genuegen. Meiner Ansicht liegt das Problem bei den Leuten hier und deren Einstellung. Wenn die erst mal wollen wuerden, dann koennten die auch ohne Mittel aus den Ausland ihren Karren aus dem Dreck ziehen. Es gibt hier alles! Ingenieure(innen), Lehrer(innen), Ziegelsteine(innen) und Esel(innen) - man muss niemand hier zeigen wie man ein Haus baut oder einen Brunnen graebt (mein Lieblings-Klassiker zum Thema Entwicklungshilfe). Und wenn den Leuten hier ihr Haus nicht passt, dann sollen sie gefaelligst nach Europa fliegen und sich ne Fortbildung anhoeren. Aber bitte selber bezahlen, weil was nix kostet ist nix wert. (Juhu, lauter Binsenweisheiten heute...). Kernthese: Aus eigenem Antrieb mit eigener Kraft. Wenn da dann jemand unterwegs strauchelt, dann kann ja die reiche weisse Welt ein bisschen Schuetzenhilfe leisten. Aber nur dann und nur vielleicht.

Meiner Ansicht nach ist Spenden ganz nett, um Einzelschicksale zu erleichtern. Aber davon gibts zu viele. Und, was viel wichtiger ist bei allen Spenden, dem Spender gehts danach richtig gut. Weil man hat durch einen kleinen Verzicht die Welt ein bisschen besser gemacht. Man hat sich von der Schuld, in einem reichen Land geboren worden zu sein und mit dem Silberloeffel im Mund aufgewachsen zu sein freigekauft. (Das soll jetzt bitte nicht so verstanden werden, dass ich von denen, die spenden, bzw auch hier im konkreten Fall gespendet haben, schlecht denke!!!) Aber deshalb spenden wir doch, oder?

Und fuer alle, die es geschafft haben, soweit zu lesen, noch der Schlusspunkt:
Ich persoenlich befinde mich jetzt in dem Dilemma, dass ich hier vor Ort direkt mit diesen EInzelschicksalen verknuepft bin. Deshalb werde ich auch von meinem Geld einen Teil hier zuruecklassen, in welcher Form auch immer, weil auch ich mich freikaufen will. Und weil auch ich ein empathiefaehiges Wesen bin, dass (in den meisten Faellen :P ) nur ungern zuschaut, wie andere leiden, will ich dieses Stueckchen Not hier vor Ort ein wenig lindern. Abgesehen davon, dass ich hier mitunter mal das Abendessen um eine Banane erweitern werde, denke ich das mein Vorgaenger da eine ganz gute Loesung gefunden hat. Der ist naemlich gerade dabei einen Stiftungsverein fuer die Bishop J Waichere Secondary School zu gruenden. Aber darueber hab ich auch noch keine weiteren Informationen, lass ich euch bei Gelegenheit zukommen, vermutlich wenn ich dann zurueck bin. Und weil genau das vielen meiner Argumente widerspricht, hab ich oben fauler Kompromiss gesagt. Somit ist das hier noch nicht das letzte Wort, aber genug fuer heute.

Ich moechte mich bei allen Bedanken, die diesen langen, ungeordnetenText bis hierhin gelesen haben, und hoffe ich habe euch fuer eure reich gedeckten Abendbrottische ein wenig Diskussionsstoff geliefert. Auch wenn ihr mit mir kein Abendbrot teilen koennt (zur Zeit zumindest), koennt ihr mir gerne eure Ansichten und Gedanken zum Thema mitteilen, ich bin offen fuer und froh ueber neuen Input.

Achja, mir gehts gut ansonsten ;)

Samstag, 24. März 2012

Tiere!

Jacob, you have some time? -let's go see the Baboons!
- der Bishop, als er mich aus dem Unterricht geholt hat...

Wie das mit der Entscheidung ueber die Spenden hier aussieht, erfahrt ihr spaeter, ich will jetzt erst mal noch sowas wie ein Meinungsbild - 6 Stimmen sind mir zu wenig!
Das ist Ugali mit Kohl. Schmeckt lang nicht so lecker wie
es aussieht... (das Ugali. der Kohl ist lecker.)

Das ist ein Zebra.
Das ist eine Thompsongazelle
Aber waehrend ich hier auf mein Abendessen warte (Ugali Sukuma Wiki, wie immer, ich bin in Mai Maihiu...), zeig ich euch mal die tollen Tiere die ich hier die letzten Tage gesehen hab. Der Bishop kam naemlich eines schoenen morgens in meinen Unterricht, weil er mich ganz dringend gebraucht hat. Schnell ein paar Aufgaben an die Tafel geschmiert, und dann mit ihm mit - ich dachte er hat irgendwas zu besprechen (Geld oder so ;) ). Aber nein, er hat mich dann ins Auto gepackt, und wir haben 2 Maiskolben gekauft, und sind den halben Weg nach Limuru gefahren - weil er auf der Herfahrt da die Baboons gesehen hat (grade mal nachgeguckt, das sind ja Paviane...). 
Bishop, Jakob, im Hintergrund Mt Longonot.
Im Vordergrund Kameradeckel...

Waren aber alle schon wieder weg. Also sind wir in die andere Richtung, den Mt Longonot angucken, und den Blick auf den Lake Naivasha geniesen. Und auf dem Rueckweg, da ham wir glatt ne Herde Zebras gesehen, die da grad am Wasserloch waren. Echte Zebras! einfach so! neben der Strasse! (ok, es war ein Feldweg, aber hei! Zebras!). Heute waren wir in Suswa (wir heisst der Bishop und ich) auf dem Markt um Mais zu kaufen. Und was grast auf dem Rueckweg am Strassenrand? Thompsongazellen. So viele!! Ich hab noch viel mehr Bilder davon, sogar hochgeladen, aber dafuer muesst ihr in mein Picasa Bilderalbum auf G+ gucken. hier mal ein Link Tiere in KenyaEssen in KenyaBilder aus Kenya.
Am Freitag war ich mal wieder in Naivasha, die Freuden eines Supermarkts geniesen, und hab mich fuer unter 2euro mit Edelstahlgeschirr eingedeckt, damit ich meine Tour auf den Mt Kenya machen kann - ab 13.4. hab ich naemlich Ferien, und dann wird gereist! Erst mal gehts nach Mombasa, ans Meer, und dann will ich noch in den Norden, an den Lake Turkana - das soll so der schoenste Fleck in Kenya sein. Nur will da irgendwie keiner mit, weils so gefaehrlich sein soll... bla bla bla... =) Keine Angst, liebe Onkel, Tanten, Muetter, da passiert schon nix. Aber eigentlich wollt ich ja von meinem kleinen Spaziergang am Lake Naivasha erzaehlen, ich dachte ja, Lake Naivasha, Naivasha, das liegt nebeneinander wie der Itzelberger See an Itzelberg... denkste. War ein einstuendiger Spaziergang... in der prallen Sommerhitze, man hat sehr schoen gesehen das man am Aequator ist, weil der Schatten unter die eigenen Fuesse gepasst hat.
Fischer auf dem Lake Naivasha. Ich musste an
Phillip Pullmans "Das Bernstein Teleskop"
denken, an die Welt mit den Radtieren und den
grossen weissen Schiffsvoegeln... kenn jetzt
wahrscheinlich keiner, und hoert sich an wie
auf Drogen

Und dann war das auch noch nich mal n schoenes Promenadenufer wo ich meine Krest und Banane haette geniessen koennen! so ein mist! Na, gut, ich hab ein schoenes Foto geschossen, und der Spaziergang war auch nicht so uebel. Trotzdem, naechstes mal nehm ich ein Fahrrad. Wollen wir eh noch machen, mit dem Fahrrad durch Hells Gate! Aber davon dann spaeter. mein Ugali ist immer noch nicht gekommen, ich geh das jetzt mal suchen. Fuer alle die sich interessieren wies mir gesundheitlich geht: Mandelentzuendung. Aber mir gehts trotzdem gut, aber ein Post wo alle um mich Sorgenden nicht mindestens 2mal erschreckt werden, ist kein richtiger Post. So. Lala salama. (Gute Nacht in Kiswahili, eigentlich Schlaf Gut, aber passt auch fuer Gute Nacht)